Ich stelle kaum allgemeine Prinzipien und Grundregeln zum Investieren auf – denn meistens liegt alles irgendwie in der Mitte und Aussagen an der Börse sind so verlässlich wie die Deutsche Bahn. Und genau so verhält es sich auch mit Kommentaren und Analystenmeinungen – sie sind nicht verlässlich und treffen oft nicht zu.

Analysten folgen auch nur der Herde

Nichts ist schlimmer am Investieren, als den eigenen Verstand auszuschalten und anderen nachzulaufen. Ganz natürlich verdient kein Analyst mit kostenlosen Meinungen und Kommentaren sein Geld – die Profiteure sind meistens die Empfänger der Nachrichten vor der großen Masse. Zu oft beobachte ich, dass bei einem unvorhergesehenen Ereignis, die Analysten sofort umschwenken und damit grundsätzlich dem Markt hinterherlaufen. Auch die Analysten sind ein Rudel und folgen oft Ihresgleichen.

Niemand hat die berühmte Kristallkugel

Niemand hat eine Kristallkugel und kann die Zukunft voraussagen – auch Analysten sind daher auf Unvorhersehbares nicht vorbereitet. Ein Fundamentalinvestor, der nicht in den steigenden Chart einkauft, sondern antizyklisch handelt, muss nur bei fundamentalen Veränderungen des Unternehmens (das sind langjährige Prozesse) seine Kaufentscheidung überdenken, kann aber kurzfristig und mittelfristig einiges Verkraften.

Ganz nutzlos sind Analysten aber trotzdem nicht. Es gibt tatsächlich welche die sich mit „ihrem“ Unternehmen befassen und deren Geschäftsmodell gewissenhaft untersuchen. Diese Analysen helfen bei der eigenen Recherche, sich eine Meinung zu bilden und mehr über die Unternehmen zu lernen. Vor allem bei kleinen Unternehmen – mit einer geringen Anzahl an Analysten – sind die Analysen meist nützlich und ermöglichen weitere Einblicke.

 euer Florian

Beitragsbild von Flickr-User Christian Schnettelker unter Creative Commons Lizenz.