Schon eine Weile wollte ich einen Beitrag über Prognosen und vermeintliche Zukunftsaussichten schreiben, und stoße jetzt mit dem Artikel „Warum Krisen stets wiederkehren“ von Markus Gaertner wieder auf das Thema. Sein letzter Satz, dass es kein kollektives Lernen gibt, sondern nur „dieses zyklisch wiederholte Leiden und Bluten“, steht für sich.

Lehren aus der Vergangenheit sind zu schnell vergessen

Die einzige mir einleuchtende wissenschaftliche Methode in den Geistes- und Sozialwissenschaften (Wirtschaft zählt dazu), Aussagen über die Zukunft zu treffen, ist die empirische Untersuchung der Vergangenheit. Salopp formuliert lehrt uns die Vergangenheit, dass alles schon einmal dagewesen ist und die Menschheit nicht wirklich viel aus ihren Fehlern gelernt hat.

So kommt es immer wieder, seit Menschengedenken, zu Wirtschafts- und Finanzkrisen. Beispielsweise können selbst heute – trotz globalen und liquiden Märkten – lokale Wetterumschwünge, Dürren und Naturkatastrophen einen sogenannten exogenen Schock verursachen, der Preise explodieren lässt und ganze Branchen in den Abgrund reißt. Seit den biblischen Dürren hat sich nichts verändert.

Das Schicksal lacht, wenn der Mensch wieder einmal überrascht wird

Auch Kriege und Krisen existieren, seit es den Menschen gibt und verschwinden nicht von der Bildfläche. Das „Schicksal“ scheint einen geradezu auszulachen, wenn zu Zeiten eines vermeintlich stabilen Friedens plötzlich die Krim wieder zu Russland gehört und in den Medien die beiderseitigen Kriegshetze- und Propagandamaschinerie hochgefahren wird, als hätte sich nach zwei Weltkriegen nichts geändert.

Dieses Mal ist alles anders – oder nicht? Es steht fest  – und das darf ruhig prophezeit werden: Die nächste Krise kommt bestimmt. Der Investor, der diese einplant und damit rechnet, anstatt in der Börsenhausse das Auge vor der Realität zu verschließen und sich selbst wichtiger nimmt als die regelmäßig wiederkehrenden Mechaniken der Weltgeschichte, lebt und schläft besser. Er weiß dann auch in der eingetreten Krise, dass auch diese wieder vorüber geht – dann haben ihn seine Aktien aber reich gemacht.

Die nächste Krise kommt bestimmt, aber auch ihr Ende

Krisen muss es nicht immer nur im gesamten Markt als „Superkrise“ geben. Jeden Monat erleidet ein Land, eine Branche oder ein Unternehmen auf der Welt eine Krise – die Chancen daraus muss man nur erkennen. Dieses Mal wird es nicht anders sein – und wer das begreift, kann vorausschauend investieren.

euer Florian