Die Index Industry Association hat Ende Januar 2017 eine Studie veröffentlicht, der zufolge regelmäßig weltweit mehr als drei Millionen Aktienindizes berechnet werden. In Relation zur Zahl der nach Angaben der Weltbank gut 43.000 öffentlich notierten Aktiengesellschaften übertrifft also die Zahl der Indizes diese gut um das 72-fache.

Erstmals hat die Index Industry Association in der Studie die Zahl der von ihren 14 Mitgliedern regelmäßig berechneten Indizes erhoben. Dem zufolge berechnen die Index-Anbieter zum Zeitpunkt der Erhebung im Juni 2017 regelmäßig rund 3,3 Millionen Indizes; 3,14 Millionen davon sind Aktienindizes. Nach Angaben des Verbandes repräsentieren seine Mitglieder 98 Prozent des globalen Gesamtmarkts für derartige Dienste. Zugleich sind nach Angaben der Weltbank weltweit gut 43.000 Aktiengesellschaften an den Börsen gelistet. Zu den Mitgliedern der Index Industry Association zählen unter anderen Bloomberg, FTSE Russell, MSCI, S&P Dow Jones, NASDAQ, STOXX oder Hang Seng Indexes.

Benchmarking und ETFs

Die Autoren der Studie sehen eine Ursache für die erstaunliche Menge der Indizes in dem Trend zu Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETF), die in den letzten Jahren ein hohes Wachstum zu verzeichnen hatten. So sind im vergangenen Jahr alleine europäischen ETFs Mittel in einer Rekordhöhe von 89,7 Mrd. Euro zugeflossen, so State Street Global Advisors (SSGA).

Im Vergleich zu der relativ geringen Zahl von etwa 5.300 ETFs weltweit sei aber die hohe Nachfrage nach unterschiedlichsten Benchmarks, also Maßstäben für die Performance spezifischer Anlageprodukte, wesentlich wichtiger als Wachstumstreiber für die Index-Industrie, so Rick Redding, CEO der Index Industry Association.

Insbesondere die Manager aktiver Investmentfonds nutzen die Variabilität der Indices, um ihre Leistung zu messen. Zudem tragen Skaleneffekte zum starken Wachstum der Indizes bei, so Redding weiter. Da die Mitgliedsunternehmen über die Datenquellen und die erforderliche IT-Infrastruktur verfügen, können sie theoretisch unendlich viele Indizes nach unterschiedlichen Kriterien berechnen.

Geografische Schwerpunkte

Gut 29 Prozent der berechneten Indizes haben eine globale Perspektive, jeweils 24 Prozent beziehen sich auf die Regionen Asien/Pazifik (APAC) und Europa/Mittlerer Osten/Afrika (EMEA), 14 Prozent betrachten Schwellenländer (Frontier/Emerging) und 9 Prozent den amerikanischen Raum (The Americas). Ein anderes Bild ergibt sich jedoch, wenn festverzinsliche Wertpapiere den Indizes zugrunde liegen – hier repräsentiert der amerikanische Raum 33 Prozent, gefolgt von EMEA mit 29 Prozent, Global mit 25 Prozent, APAC mit 14 Prozent und Schwellenländer mit 0,5 Prozent.

Verteilung der verschiedenen Indizes nach Sektor; Quelle: Index Industry Association