Der auch als „Flash Crash“ bezeichnete Kursrutsch in dieser Woche hat offenbar auch Wirkung bei den beiden großen amerikanischen Robo-Advisors Wealthfront und Betterment gezeigt.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, brachen die Webserver der beiden Anbieter am Montag infolge stark erhöhter Nutzeranfragen zeitweise zusammen. Kunden konnten etwa eine halbe Stunde nicht auf ihre Konten zugreifen. Eine Gefahr für die Konten habe jedoch zu keinem Zeitpunkt bestanden; insbesondere sei es auch zu keinerlei Unterbrechung für das Portfolio-Management gekommen.

Auslöser des Kursrutsches waren laut Bloomberg zwei relativ unbedeutende Hebelprodukte, die am Montag zusammen gerade einmal auf ein Marktvolumen von 3,6 Mrd. US-Dollar kamen, die auf den Volatilitätsindex VIX bezogen sind. Nach dem Rutsch des Dow Jones Industrial um 6 Prozent innerhalb weniger Minuten waren davon noch 135 Mio. US-Dollar übrig; eines der beiden Produkte wurde inzwischen vom Markt genommen. Unterdessen untersucht die Wallstreet-Einrichtung Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) einem Bericht des Wallstreet Journal zufolge, ob es im Zusammenhang mit diesen Vorgängen zu Manipulationen gekommen ist.

Laut einem Bericht des Handelsblatts hielt sich der Ansturm deutscher Robo-Kunden dagegen in Grenzen. Insbesondere habe es keine Probleme mit den Webservern der Anbieter gegeben. Verzeichnet wurde jedoch ein erhöhtes Aufkommen von Kundenanfragen. So sei die Zahl der Supportanrufe bei Ginmon um ca. zehn bis zwanzig Prozent gestiegen. Auch Vaamo, Scalabale Capital und Cominvest berichteten keine Auffälligkeiten. Cominvest gab zu Protokoll, dass der Algorithmus der Comdirect-Tochter erst reagiere, wenn festgelegte Schwankungsbreiten überschritten würden.