Bei niedrigen Zinsen und zu hohen Märkten ist das „Häuslebauen“ so hoch im Trend wie schon lange nicht mehr. Der derzeitige Immobilienboom fußt wahrscheinlich in Deutschland genau auf den gleichen falschen Mythen wie auch in Spanien, Portugal und den USA die bekanntermaßen zur Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 geführt haben.

Der Glaube an stetig steigende Preise hält sich standhaft

Mehr und mehr private Haushalte werden durch die Niedrigzinsen zu Immobilieninvestments verführt, die letztlich in der Masse keine oder sogar eine negative Rendite bringen. Der Glaube an stetige Zinseinkünfte durch Betongeld ist nicht mehr als eine nette Geschichte.

So sind zwar die Kredit-Zinssätze gefallen, dagegen haben aber etwa die Preise von Baumaterial in den letzten Jahren umso mehr angezogen. Auch halte ich es für realitätsfern, zu glauben, man könnte in Städten professionellen Konzernen und Fonds zuvorkommen und noch einen guten Schnitt erzielen. Für private Investoren werden nur schlechte Objekte mit unterdurchschnittlicher Preisleistung übrigbleiben – dass trotzdem gekauft wird, spricht für eine Immobilienblase.

Auch das DIW hatte kürzlich nur schlechte Neuigkeiten für Privatkäufer.

Der Fehler der letzten Krise wird hierzulande wiederholt

Die Preise von Wohneigentum sind in den USA zwischen 1900 und 2000 real um jährlich 0,2% Jahr gestiegen. Dagegen erzielten Aktien im selben Jahrhundert etwa 7% jährliche reale Gewinne, so Akerlof und Shiller (Animal Spirits, Wie Wirtschaft wirklich funktioniert). Trotz dieser großen Differenz wurde der Immobilienhandel von einer Euphorie gepackt, die schließlich im Platzen der Blase endete. Dieses Mal wird alles anders? Der Fehler wird bereits nach so kurzer Zeit hierzulande wiederholt – und keinem fällt es auf.

Der Anlagenotstand schließt Immobilien mit ein

Mit Immobilien verhält es sich wie mit jedem Investment: Man sollte nur einsteigen, wenn der Markt am Boden ist und nicht, wenn jeder auf diesen Zug aufspringt. Damals ermöglichten eine Niedrigzinspolitik und die Lockerung der Kreditvergabe, dass die Nachfrage nach Immobilien immer größer wurde. Käufer treiben die Preise auch heute gegenseitig in die Höhe –  aus Mangel vor Anlagealternativen und dem steten Glauben an den Mythos vom Betongeld.

Lediglich die eigenen vier Wände sind eine Ausnahme. Diese sollte man aber auch nicht als finanzielles Investment sehen, sondern als Lebensausgabe in der man hoffentlich bis zum Ende mit seiner Familie wohnen kann.

 euer Florian

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