Es herrschen Börsenzeiten, die keinen Fundamentalinvestoren wirklich zum Sektkorkenknallen animieren. Zum einen haben wir unterbewertete Branchen, die trotz der extremen Niedrigzinsen nicht steigen, zum anderen schießt das Geld der Notenbanken in beliebte Blasen und pumpt diese weiter auf.

Anlagenotstand und Bankenkrise in einem

Es ist für den Investor schwierig, für einen langen Zeitraum liquide Geldmittel auf dem Konto zu belassen, um bei einer großen Marktkorrektur den Einkaufswagen zu füllen, ohne durch die Inflation Kapital zu verlieren. Die Alternative zum Sparen – das Investieren – sieht jedoch nicht rosiger aus. Denn gerade unterbewerteten und kürzlich „abgestürzten“ Aktien könnten weitere Einbrüche drohen, manche Unternehmen könnten daran zu Grunde gehen. Ein Zusammenbruch von Blasen in dieser Situation droht bedrohliche Schockwellen für die Gesamtstabilität der Märkte auszusenden.

Im Ernstfall zahlt der Sparer zuerst die Bankenrettung

Der Fundamentalinvestor will aber gerade in Zeiten eines Crashs nach inflationärem Überschwang auf Einkaufstour gehen. Er muss hoffen, dass die liquiden Euros auf der Bank dann noch einen Wert besitzen und die Bank selbst nicht zu schnell unter die Räder kommt. Im Ernstfall fließt das Sparergeld nämlich zunächst in die Bankenrettung und gesetzlich wäre nur die Einlagensicherung bis 100.000 € zum Ergreifen von Investitionschancen garantiert.

Man kann nur hoffen, dass ein Crash nicht zu groß wird und das Währungssystem oder die Banken nicht direkt über die Klippe gehen. Bis dahin, allein schon zur Risikostreuung, engagiere ich mich ambivalent mit der Hälfte in Aktien und halte den Rest liquide für eine Marktbereinigung vor.

 euer Florian

Beitragsbild von Flickr-User Zack Appleton unter Creative Commons Lizenz.