Die Kernfrage für jede Investition ist, wie diese sich rentiert. Je komplexer ein Anlage-Portfolio und je länger der betrachtete Zeitraum, desto schwieriger und aufwändiger ist es, hierzu valide Aussagen zu treffen. Eine beliebte Methode zur Renditeberechnung ist der Interne Zinsfuß. Mit Rentablo steht hierfür eine komfortable Lösung bereit.

Eine einfache Renditeberechnung vergleicht Kaufpreis, Kurswert und ggf. Dividenden-Zahlungen über einen bestimmten Zeitraum, um eine Aussage über die Performance von Investitionen zu treffen: Zu 100 EUR gekauft, Kurswert liegt bei 130 EUR – voilá, meine Rendite beträgt zum Zeitpunkt der Betrachtung 30%.

Ein Blick alleine auf den Wert des Portfolios wäre jedoch nur dann korrekt, wenn im Beobachtungszeitraum keinerlei Transaktionen vorgenommen wurden. In der Praxis sind deshalb weitere Faktoren in der Renditeberechnung zu betrachten:

  • der Cash-Bestand
  • Käufe und Verkäufe (Transaktionen)
  • Steuern und Transaktionsgebühren
  • sowie Dividenden und Zinsen.

Wichtig bei jeder Renditeberechnung ist zudem, einen klar defnierten Vergleichszeitraum zu wählen. Oft ist der „Einstandskurs“ dann nicht der tatsächliche Kaufkurs, sondern der Kurs am Beginn des Vergleichszeitraumes.

 

Berücksichtigung von Cash

Cash-Positionen werden bei Renditevergleichen gerne vergessen. Allerdings werden erfahrene Anleger vor guten Marktphasen Cash abbauen und vor schlechten Phasen Cash aufbauen. Dies hat einen erheblichen Effekt auf die tatsächlich erzielte Rendite. Rentablo berücksichtigt daher bei der Berechnung nicht nur das Wertpapier-Portfolio, sondern auch das Cash-Konto, auf dem die Wertpapier-Transaktionen verrechnet werden. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht den Effekt.

Effekt von Cash

 

Berechnung mit dem Internen Zinsfuß (IRR)

Die Rendite-Berechnung anhand der zuvor genannten Faktoren kann mit unterschiedlichen Methoden angestellt werden; in dieser Betrachtung beschränken wir uns auf den Internen Zinsfuß (IRR, Internal Rate of Return).

Bei der Renditeberechnung mit dem Internen Zinsfuß  wird die Verzinsung des eingesetzten Kapitals zeitabhängig geschätzt; jeweils hochgerechnet auf ein volles Jahr. Im Gegensatz zu einer reinen Performance-Betrachtung spielt bei der IRR auch der Kaufzeitpunkt eine Rolle. Dies kann man analog zur Verzinsung eines Bankkontos sehen, bei dem Zinsen auch erst dann gezahlt werden, wenn Geld eingelegt wird.

Auf Wunsch bezieht die Rendite-Berechnung auf rentablo.de alle Transaktionen auf dem Depot und auf dem Verrechnungskonto mit ein. Das bedeutet, dass aktuell auf dem Verrechnungskonto „geparktes“ (also nicht investiertes) Kapital ebenfalls in die Rendite-Berechnungen mit einbezogen werden kann. Der Vergleich zwischen beiden Werten (mit und ohne Cash-Bestand) gibt Aufschluss darüber, ob zu aggressiv oder zu konservativ investiert wird.

So funktioniert der Interne Zinsfuß

Um die Portfolio-Rendite mit der Methode des Internen Zinsfußes zu berechnen, müssen

a) der Anfangswert eines Portfolios (optional plus Cash),
b) der Endwert eines Portfolios (optional plus Cash), sowie
c) alle Ein- und Auszahlungen im Beobachtungszeitraum (Cash-Flows genannt),

gemessen werden. Hieraus ergibt sich dann die theoretische Verzinsung des eingesetzten Kapitals, abhängig vom Zeitpunkt der Transaktionen. Würden keinerlei Transaktionen vorliegen, wäre der Interne Zinsfuß einfach durch Start- und Endwert definiert. Dieser Fall ist aber unrealistisch, da Anleger i.d.R. immer wieder zusparen oder Geld entnehmen.

In der Praxis wird die Verzinsung durch einen iterativen Algorithmus ermittelt. In Excel gibt es hierzu die Funktion ‚XIRR‘.

Cashflows

Wichtig ist zu beachten, dass sich die Definition eines Cashflows unterscheidet, je nachdem ob man nur das Portfolio oder das Portfolio inklusive Cash betrachtet. Betrachtet man ausschließlich das Portfolio, so werden Käufe als positive Cashflows (zufließendes Kapital) und Verkäufe und Dividenden / Kupons als negative Cashflows (abfließendes Kapital) definiert.

Betrachtet man hingegen das Portfolio inklusive Cash, so werden ausschließlich externe Überweisungen auf das oder von dem Depot-Verrechnungskonto als Cashflows definiert. In diesem Fall bewegen Käufe, Verkäufe und Dividenden / Kupons Geld lediglich innerhalb des betrachteten Kapitalstocks und sind daher keine Cashflows. Ein kleines Beispiel: Ein Anleger hat 1.000 € investiert und 1.000 € Cash auf dem Verrechnungskonto. Wenn er jetzt seine Investments für 1.000 € verkauft, so hat er 0 € investiert und 2.000 € Cash auf dem Verrechnungskonto. Die Summe seines Kapitals hat sich also nicht verändert.

Beispiele für Renditeberechnungen mit dem Internen Zinsfuß

Ein konkretes Beispiel: Ein Anleger hat am 04.09.2015 für 1.000 EUR Daimler-Aktien gekauft. Seither warf das Investment 91 EUR Dividenden ab; der Kurswert des Portfolios beträgt am 04.09.2017 870,00 EUR. Die annualisierte Rendite beträgt hier nach dem Internen Zinsfuß -2,0%. Wenn der Daimler-Anleger zusätzlich noch 1.000 EUR Cash hält, so verbessert sich seine Rendite auf -0,98%.

Interner Zinsfuß Beispiel Daimler

Die Realität ist in der Regel wesentlich komplizierter, da Geld eingezahlt und entnommen wird, oder mehrere Käufe und (Teil-) Verkäufe vorliegen.

Ein anderes Beispiel für ein typisches Szenario: Eine Anlegerin hat vor zwei Jahren einen Sparplan für die Facebook-Aktie eingerichtet, nach dem seither alle 3 Monate Facebook-Aktien im Wert von 250 EUR gekauft werden. Ihr Interner Zinsfuß beträgt nach gut 24 Monaten 30,96%; Cash wird nicht gehalten.

Interner Zinsfuß Facebook

Hierbei wird die Zeitgewichtung anschaulich. Bis zum 09.04.2017 hat die Anlegerin hat insgesamt 1.250 € investiert; der aktuelle Wert beträgt 1.623 €. An reinen Kursgewinnen ergeben sich also 373 € oder 29,84 %; dies wären dann grob 15 % pro Jahr. Der Interne Zinsfuß beträgt aber 30,96 % pro Jahr.

Warum? Da die Anlegerin kontinuierlich zuspart muss sie die Verzinsung ihres Kapitals fairerweise abschnittsweise betrachten. Die ersten 250 € wurden bereits über 24 Monate verzinst, die letzten 250 € aber erst seit einem Monat. Entsprechend höher ist die tatsächliche Verzinsung.

Noch mehr Beispiele?

Rentablo erlaubt Ihnen, den Internen Zinsfuß zu berechnen und die zugrundeliegenden Cashflows in Excel zu exportieren. Hiermit können Sie ganz einfach verschiedene Szenarien durchspielen.

Weitere Herausforderungen

Es liegt auf der Hand, dass eine valide Berechnung der Portfolio-Rendite nur möglich ist, wenn alle relevanten Cashflows erfasst werden. In der Praxis stellt dies eine Herausforderung dar, die mit steigender Aktivität wächst. Wenn z.B. alle Cashflows immer manuell in Excel nachzutragen sind, entsteht auch entsprechendes Fehler-Potenzial.

Aber auch so ist der Interne Zinsfuß immer eine Momentaufnahme, der Wert unterliegt ständiger Veränderung, die durch eine Vielzahl von Parametern bestimmt wird. Dazu zählen natürlich die sich täglich ändernden Börsenkurse, aber auch wie viel Kapital man für Investments bereithält.

Diese Herausforderungen waren die Motivation für die Entwicklung des Rentablo-Finanzmanagers.