Aus Anlass der heutigen Ausgabe von “Die Höhle der Löwen” beschäftigen wir uns in diesem Blogbeitrag mit der Finanzguru-App. Ist die Finanzguru-App eine Ergänzung oder eine mögliche Alternative zum Rentablo Finanzmanager (der Screenshot oben ist ein Preview auf unser baldiges neues Erscheinungsbild)?

Der Finanzguru ist ein Finanzassistent und geht mit dem simplen Versprechen “Finanzen magisch einfach” an den Start. Mit Finanzen ist dabei ein Kontoinformationsdienst gemeint, der Konten verschiedener Banken zusammenführt – Rentablo-Nutzern dürfte dieser Service bekannt sein.

Für die versprochene Magie sollen Algorithmen sorgen, die die eingelesenen Transaktionsdaten auswerten und kategorisieren. Geld verdienen möchte der Finanzguru dabei durch Provisionen, die fällig werden, wenn Nutzer Verträge kündigen und zu anderen Anbietern wechseln. Finanziert wird Finanzguru bzw. das dahinter stehende Start-up Dwins bisher unter anderem von der Deutschen Bank. Unabhängigkeit sieht anders aus.

Kurztest der Features

Screenshot: Finanzguru

Wir haben uns die einzelnen Features des Finanzguru einmal mit dem iPhone angesehen. Die initiale Anmeldung und das Einlesen des ersten Kontos gehen einfach und unkompliziert vonstatten. Die App – eine Web-Version gibt es nicht – wertet die Transaktionen aus und errechnet daraus den zur Verfügung stehenden Betrag. Laut Website wird aus den Daten eine Statistik erzeugt, die daraus ein Budget für den aktuellen Monat kalkuliert. In unserem Test geschah dies nicht, vermutlich, weil zu wenige Daten vorlagen.

Aus den Transaktion wird zudem eine Prognose der kommenden Buchungen gewonnen, so dass nicht nur der aktuelle Kontostand, sondern auch jener von morgen oder in einer Woche gezeigt wird.

Verträge mit Versicherungen und anderen Dienstleistern werden automatisch im persönlichen Vertragsordner zusammengestellt. Dort kann dann wie bei Rentablo auch ein Kündigungsalarm eingerichtet werden. Auf Wunsch kündigt der Finanzguru rechtssicher und kostenfrei für den Nutzer.

Schließlich versucht der Finanzguru, der Nutzerin oder dem Nutzer mit individuellen Tipps rund ums Geld zu assistieren. Dazu zählt beispielsweise für Bahnreisende eine Empfehlung für die optimale Bahncard. Dieses Feature konnten wir jedoch nicht testen.

Wo liegt der Unterschied zum Rentablo Finanzmanager

Keine Magie entfaltet der Finanzguru im Bereich der Geldanlage. Zwar werden Depots mit ihrem Gesamtwert angezeigt, aber dann ist auch schon Schluss mit dem Zauber. Selbst die Einzelwerte im Depot können nicht angezeigt werden. Zudem ist es nicht möglich, dem Algorithmus beispielsweise neue Kategorien beizubringen, wie dies beim Rentablo Finanzmanager der Fall ist.

Fazit unseres Kurztests

Insgesamt ist der Finanzguru ansprechend gemacht. Das Prognose-Feature für die zukünftige Entwicklung der Kontostände ist nützlich, die Markierung der einzelnen Transaktionen erfolgt – wo vorhanden – mit den Logos der jeweiligen Zahlungsempfänger und hilft bei der Übersicht über die Ausgaben. Schade allerdings, dass es ein Institut wie die Deutsche Bank nicht aus eigener Kraft schafft, einen derartigen Basis-Service auf die Beine zu stellen. Denn als solchen muss man einen Finanzassistenten bezeichnen, der keinerlei Hilfestellung im Bereich der Geldanlage aufzuweisen hat. In Summe haben wir hier leider keine neuen Ideen oder möglichen Erweiterungen zum Rentablo-Finanzmanager finden können.

Ob nun die sogenannten Löwen in ihrer Höhle die Bewertung der Gründer des Finanzgurus teilen, wird der heutige Abend zeigen – 1 Mio. Euro für 10 Prozent sind aus unserer Sicht durchaus ambitioniert.

Wir freuen uns deshalb auf Ihre Wünsche und Anregungen unter: info@rentablo.de .

Nachtrag

Der Finanzguru hat es tatsächlich geschafft, das angestrebte Investment von 1 Mio. Euro zu erhalten. Carsten Maschmeyer hat für den Betrag allerdings 15 % der Unternehmensanteile erhalten, was die Bewertung des Unternehmens entsprechend vermindert. Ein Wunder ist dieser Move nicht: Maschmeyer kommt bekanntlich aus der Versicherungsbranche und verfügt über entsprechende Kontakte und ein Verständnis über die Potenziale, die es in diesem Geschäft gibt.

Ob es jedoch für das Unternehmen, vom kurzfristigen Marketingerfolg durch die Sendung abgesehen, ein cleverer Schachzug war, wird die Zukunft zeigen. Einerseits steht Maschmeyer für eine aggressive Vertriebskultur, andererseits kämpft der Anteilseigner Deutsche Bank mit diversen Skandalen rund um die Benachteiligung seiner Kunden und die Manipulation von Preisen und Märkten. Genau diese Nähe zur Großbank war es im Übrigen, die Maschmeyers Mitbewerber Frank Thelen von einem Engagement bei Finanzguru abgehalten hat.