Das erste Gold kaufen

Wie einfach es ist, sich ein bisschen Gold zu kaufen! Diese Strategie schlägt jedes Papierzertifikat und jedes Nullzinstagesgeldkonto – der Lohn ist ein neues Gefühl der Sicherheit und Krisenvorsorge.

Nach einem langen Gespräch mit einem Freund, dass bis in die frühen Morgenstunden dauerte, stand für ihn zunächst fest, die Basics von Aktien erst mittels Spielgeld und einem virtuellen Depot zu erlernen. Da mir die Märkte derzeit sehr hoch vorkommen, habe ich ihm empfohlen die Zeit der Hochstände lieber noch mit ein bisschen Bücherlesen und Abwarten zu verbringen, um dann, „wenn die Kanonen donnern“, bereit zu sein.

Einen Teil seines Geldes wollte er aber am liebsten gleich langfristig in Gold anlegen. Mein Crashkurs in Gold war schnell vorüber: (1) Geh zur Bank und hol dein Geld, (2) such dir im Internet auf www.gold.de einen Händler oder gehe zu einer Scheideanstalt, kaufe (3) anonym ein paar Goldmünzen (4) in verschieden großer Stückelung und Sorte und erfreue dich des Glanzes – (5) dein Versteck sollte auch tatsächlich dein Versteck bleiben.

Hier ein paar Erläuterungen zur Kurzanleitung:

(1) Du wirst feststellen, wie lange es dauert, bis dir die Bank DEIN Geld auszahlt. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Bank nicht dein bester Freund ist, wird die Frage sein: „Was haben Sie denn mit Ihrem Geld vor?“.

(2) Wichtig, um die Anonymität zu wahren, ist, das Gold direkt zu kaufen und nicht per Email oder Internetbestellung – auch wenn der Preis ein paar Euro günstiger ist. Ich persönlich leiste mir den Gang zur „Pro Aurum“ Filiale – da werden keine Fragen gestellt und es ist kein Termin notwendig.

(3) Unter 15.000 € ist niemand in Deutschland gesetzlich verpflichtet, den Kauf von Gold festzuhalten. Und das ist wichtig – denn im Falle einer Vermögenssteuer oder einer staatlichen Enteignung hat der Fiskus keinen Zugriff auf dieses Gold.

(4) Ein Barren lohnt sich nur sehr selten. Schließlich will man in der „Krisenzeit“ auch etwas mit dem Gold kaufen können – und das Herunterraspeln vom Barren ist nicht wirklich bequem. Eine schöne Sammlung verschiedener Münzen (Wiener Philharmoniker, American Eagle, Känguru Nuggets, Krügerrand etc.) zu verschiedenen Gewichten wie halbe Unzen und Unzen machen den eigenen Goldschatz auch noch spannender und schöner. Wenn selbst bei den gängigen Münzen der „Sammleraufpreis“ zu hoch ist, sind auch schweizer Vrenelis zu empfehlen.

(5) Ein Schließfach bei der Bank als das geheime Versteck ist die schlechteste Idee. Schließlich ist diese nicht wirklich sicher vor staatlichem Zugriff oder diebischer Enteignung. Im Falle des amerikanischen Gesetzes zum Verbot des Goldbesitzes im letzten Jahrhundert wurden beispielsweise auch Banktresore geöffnet und von ihrem Gold befreit. Die sicherste Aufbewahrung ist daher das Schweigen des stolzen Besitzers. Ein separat verwahrter Nachweis vom Goldhändler hilft schließlich bei einem möglichen Diebstahl, den Wert von der Hausratsversicherung wieder ersetzt zu bekommen. Diese sollte allerdings überprüft werden.

Auf eine lange Freunde am eigenen Schatz!

Euer Pari

Beitragsbild von Flickr-User The Poss unter Creative Commons Lizenz.

2 Kommentare

  • Hallo Pari,
    dein Beitrag ist zwar schon etwas her aber dennoch aktuell. Meine erste Frage ist, ab welchem Indexstand (DAX) sich deiner Meinung nach der Einstieg wieder lohnt. Die Hochstände (um 10.000) sind ja erstmal vorbei. Hätte man bei dem Kursrutsch (auf 8.500) schon einsteigen sollen oder ist der Markt zurzeit nicht viel zu volatil?

    Zweite Frage: Was bringt dir der Besitz von Gold? Wenn die Weltwirtschaft in so eine Krise stürzt, dass Geld nichts mehr Wert ist und auch Sachwerte (wie Aktien) keinen Wert mehr haben weil die Unternehmen alle Pleite sind, haben wir dann nicht ganz andere Probleme? Abgesehen davon halte ich dieses Szenario für absolut unrealistisch. Mit welchen Argumenten hast du deinen Freund überzeugt Gold zu kaufen?

    Antworten
    • Hallo Markus,
      generell lässt sich meines Erachtens keine seriöse Aussage treffen ab welchem Dax-Stand man einsteigen kann, und ab welchem nicht. Schließlich investierst du ja in ein einzelnes Unternehmen und nicht in 30 Unternehmen. Ich kaufe unabhängig vom Dax-Stand Aktien im DAX und vor allem außerhalb des DAX wenn die Unternehmen billig sind. Das hängt meist nicht viel mit dem Gesamtmarkt zusammen, sondern mit einem Branchen oder Landesspezifischen Problem das gerade herrscht. Z.B. schaue ich mich gerade in Russland um….weil dort die Aktien extrem billig sind, nach der Krise. So habe ich am Tiefpunkt der Euro-Krise in Griechenland eingekauft….aber nur Value-Unternehmen! Es lassen sich auch nocht jetzt einige Unternehmen finden…nur vielleicht nicht im DAX.

      Zur zweiten Frage: Das spekulieren über eine solche Krise ist extrem schwierig…und gerät schnell zur Panikmache. Ich weiß nur, wenn ich zurück blicke wie viele verschiedene Währungen und Währungssysteme bereits in der Zeit meiner Großeltern und Eltern existierten….es wäre naiv zu glauben, dass ab jetzt alles so bleibt wie es ist. Zwischen diesen Wechseln gibt es häufig enorme „Paniken“ an den Märkten…wenn as Geld nichts mehr Wert ist habe ich lieber noch etwas auf der hohen Kante, schon allein um es damit in eine neue Währung zu retten. Die Freiheit die mit dem Besitz verbunden ist, finde ich auch wichtig. Gruß Florian

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