Inflationsanleihen: Wie sie funktionieren, welche Fonds es gibt

Die Inflation ist zu einem der wichtigsten Themen für Sparer geworden. Wie lässt sich das Geld retten? Die meisten denken an Gold, Aktien und Immobilien, was zur Folge hat, dass die Preise für die so genannten Sachwerte nach oben geschossen sind. Doch mit Anleihen ist ebenfalls ein gewisser Inflationsschutz möglich, und zwar mit Staatsanleihen, die an die Inflation gekoppelt sind. Diese Anlageform gibt es auch diversifiziert in Fonds.

Linked Bonds: Steigt die Inflation, steigen Zins und Rückzahlungsbetrag

Staatsanleihen gelten im Allgemeinen als sichere Anlagen, sofern die Bonität des Staates stimmt. Bleibt aber das Risiko der Inflation, die den Zinsertrag mehr als aufzehren kann und während der Laufzeit den Kurs einer Anleihe nach unten drückt. Um Staatsanleihen für besorgte Anleger attraktiver zu machen, haben eine Reihe von EU-Länder wie Frankreich, Spanien, Italien oder Deutschland schon lange vor der aktuellen Inflations-Ralley inflationsindexierte Anleihen auf den Markt gebracht. Auch die USA oder Großbritannien bieten die „Inflation Linked Bonds“ genannten Anleihen (linked = verknüpft) an, kurz auch ILB.

Die Papiere sind an einen Preisindex gebunden. Steigt die Inflation, steigen im gleichen Umfang sowohl Nominalzins als auch Rückzahlungsbetrag. Für den Anleger hat das den Vorteil, dass er inflationsbereinigt immer seine anfangs kalkulierte Rendite macht. Der Nominalzins einer Inflationsschutz-Anleihe ist allerdings geringer als bei einer klassischen Staatsanleihe. Der Grund: Bei der Ausgabe einer klassischen Staatsanleihe ist ein Ausgleich für den erwarteten Inflationsverlust normalerweise bereits eingepreist – bei inflationsindexierten Anleihe kommt der Ausgleich abhängig von der tatsächlichen Preisentwicklung hinzu. Einen möglichen (rein hypothetischen) Verlauf über mehrere Jahre zeigt unsere Tabelle:

So entwickeln sich Anleihen mit Inflationsschutz

Jahr Inflation in % Kupon Tilgung
1 2 2,04 102,00
2 3 2,10 105,06
3 4 2,19 109,26
4 2 2,23 111,45
5 1 2,25 112,56

Theoretische Realrendite: 2%
Inflationsverlauf: hypothetisch

Das bedeutet, dass der Käufer einer inflationsindexierten Anleihe genau genommen auf eine schneller steigende Inflation als derzeit erwartet wettet. Würde während der Laufzeit Inflation und damit das Zinsniveau sinken, wäre er mit einer klassischen Anleihe besser dran. Denn die höher eingepreiste Inflationserwartung könnte ihm dabei niemand mehr nehmen; bei der inflationsindexierten Anleihe indes würde natürlich die Anpassung geringer ausfallen – und damit auch die Rendite im Vergleich zu klassischen Anleihe.

Aber was passiert mit einem Linked Bond, wenn die Inflation sinkt? Für den Fall einer Deflation (negative Inflationsrate) sind die meisten Staatsanleihen mit Inflationsschutz mit einem „Floor“ ausgestattet, also einem Boden. Dadurch wird bei Ablauf der Anleihe die Rückzahlung des nominalen Kapitals zu 100 Prozent garantiert.  Es gibt aber auch z.B. US-Staatsanleihen, bei denen Deflation zu einer Minderung bei der Fälligkeitsauszahlung führt.

Linked Bond-Fonds mit oder ohne Währungseffekt

Wer Staatsanleihen mit Inflationsschutz kaufen will, kann das auch mit spezialisierten Fonds tun. Sie haben oft ein „Linked Bond“ im Fondsnamen; viele davon lassen sich via Rentablo ohne Ausgabeaufschlag und Gutschrift für die Bestandsprovision kaufen (Fondsdiscount 2.0). Diese Fonds gibt es als reine Euro-Fonds, also nur mit Staatsanleihen aus dem Euro-Raum. Folglich gibt es weder Währungsrisiko noch Währungschance.  Anders sieht es aus mit jeden Fonds, die auch Staatsanleihen etwa der USA mit ins Portfolio nehmen. Entwickelt sich der US-Dollar besser als der Euro, weil die Notenbank früher die Zeit des billigen Geldes beendet, könnte das zu einem positiven Währungseffekt führen. Verliert der US-Dollar an Vertrauen, weil die US-Wirtschaft wegen zu früher Notenbankintervention schwächelt, passiert das Gegenteil.

Die Ein-Jahres-Performances der hier genannten Linked-Bonds-Fonds auf Euro-Basis wirkt auf den ersten Blick mit um die 4 % plus nicht sonderlich spektakulär, allerdings muss man das vergleichen mit der Performance von klassischen Euro-Rentenfonds, die auf Jahressicht überwiegend deutlich im Minus liegen, der Deka-Institutionell Renten Euroland etwa mit -4,1 % oder der Allianz Euro Rentenfonds A (EUR) sogar mit -4,6%.

Da hatten die Fondssparer mit Linked Bonds mehr Freude:

Fondsname12-Monats-Perf.*Rentablo-Konditionen
AXA World Funds - Euro Inflation Bonds3,59 %https://rentablo.de/fonds-provisionsrechner?state=LU0251658612%3D10000&bic=COBADEHDXXX
3 Banken Inflationsschutzfonds4,28%https://rentablo.de/fonds-provisionsrechner?state=AT0000A015A0%3D10000&bic=COBADEHDXXX
HSBC GIF Global Inflation Linked Bond AC7,99%https://rentablo.de/fonds-provisionsrechner?state=LU0518436224%3D10000&bic=COBADEHDXXX
*Stand: 20.02.2022

Für Rentablo-Kunden kommt bei diesen Fonds noch ein regelmäßiger „Extra-Zins“ mit hinzu: die Gutschrift aus der jährlichen Bestandsprovison.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben