Ob beim Kauf eines Smartphones, eines Autos oder einer Wohnung: Fast immer fließen Provisionen als Honorar für den Vermittler. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber der Verbraucher sollte sich dessen bewusst sein und Alternativen kennen. Wie eine Rentablo-Umfrage gezeigt hat, sind die Kosten der Geldanlage aber den meisten unbekannt. Wir stellen deshalb die typischen Provisionen im Finanzwesen in einer Serie vor und erläutern, wie ein Verbraucher dabei sparen kann. Wir beginnen mit der Lebensversicherung.

Lebensversicherungen: 5 Milliarden Euro für Provisionen – jedes Jahr

Statistisch hat jeder Bundesbürger eine Lebensversicherung, sei es als Kapitallebensversicherung, als Rentenversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Was kaum einer weiß: Die Deutschen zahlen allein bei den Lebensversicherungen rund fünf Milliarden Euro an Provisionen pro Jahr, so das Ergebnis einer 2019 veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine „kleine Anfrage“ der FDP-Bundestagsfraktion. Dabei ist das nicht unbedingt nötig. 

Üblicherweise erhalten Versicherungsvertreter bei einer erfolgreichen Vermittlung einer Lebensversicherung eine Abschlussprovision von drei bis fünf Prozent der Beitragssumme. Bei einer Monatsprämie von 100 Euro über 35 Jahre ergibt sich zum Beispiel ein Beitragssumme von 42.000 Euro. Beträgt die Provision dabei beispielsweise vier Prozent, ergibt das wiederum eine Summe von 1.680 Euro, die indirekt vom Kunden zu tragen ist. Eine Linderung stellt zwar das Bundesfinanzministerium in Aussicht, das derzeit einen Provisionsdeckel von 2,5 Prozent plant. Ganz vermeiden lassen sich Provisionen aufgrund des bestehenden Abgabeverbots jedoch nicht.

Wichtig zu wissen: Eine Provisionserstattung (Cashback) wie sie Rentablo für Abschlussprovisionen (Ausgabeaufschlage) und Bestandsprovisionen bei Investmentfonds vornimmt, ist bei Lebensversicherungen leider nicht möglich, da die Provisionsabgabe für Versicherungen insgesamt vom Gesetzgeber verhindert wurde. Möglich ist zum Sparen von Provisionen Folgendes:

Alternative: Nettopolicen ohne Provisionen

Zum einen lassen sich die Provisionen für Versicherungen mit Nettopolicen umgehen, bei denen der Lebensversicherer anders als bei Provisionstarifen keine Abschlussprovisionen zahlt, die dann mit den Beiträgen verrechnet werden. So können Versicherte schnell dreistellige Beträge im Jahr sparen, die ihnen bei provisionsbasierten Policen entgehen würden. Dort wirken sich die inkludierten Vergütungen in Form von Provisionen über die gesamte Laufzeit negativ auf die Einzahlungen und somit die Erträge aus. Wegen des Zinseszinseffektes kommen in Verbindung mit den laufenden Gebühren auch schon bei durchschnittlichen Verträgen schnell fünfstellige Summen zusammen, die man sich auch sparen könnte.

Wer eine Nettopolice kaufen möchte, benötigt einen auf Honorarbasis arbeitenden Versicherungsberater, Honorarvermittler oder Makler. Sie beraten ihre Kunden unabhängig und können daher die Policen empfehlen, die wirklich gut sind. Je nach Anbieter wird dabei entweder ein Vermittlungsentgelt erhoben oder es wird ein Vertrag über eine jährlich zu zahlende Betreungsgebühr abgeschlossen.

Alternative: Lebensversicherung ohne Vertreter bei Direktversicherer abschließen

Wer auch die Honorare von freien Vermittlern nicht zahlen möchte, aber weiß, was er möchte und seine Unterlagen parat hat, der wird bei Direktversicherern fündig. Es handelt sich hierbei um Versicherungsgesellschaften, die ihre Angebote ohne Außendienst verkaufen und deshalb etwas günstiger anbieten können. Der Nachteil liegt jedoch in der fehlenden Beratung, sodass gründliche Analysen zum Versicherungsbedarf nicht möglich sind. 

Unabhängig davon, auf welchem Weg man eine Police abschließen will, sollte man jedoch bedenken, dass Provisionen nicht die einzigen Kosten der Versicherer sind. Hinzu kommen noch die laufenden Verwaltungskosten, die durchaus ein bis vier Prozent pro Jahr betragen können und die heutzutage bereits niedrigen Verzinsungen komplett zunichte machen können. 

Nächster Teil der Rentablo-Serie zum Thema Provisionen: Krankenversicherungen

Kurz und Knapp

Wie viel Provisionen zahlen die Deutschen pro Jahr?

In Summe zahlen die Deutschen über 5 Milliarden Euro an Provisionen für Ihre Lebensversicherungen – jedes Jahr!

Wie kann ich Lebensversicherungs-Provisionen sparen?

Eine Alternative ist, die Lebensversicherung ohne Vertreter bei einem Direktversicherer abschließen. Wer weiß, was er möchte und seine Unterlagen parat hat, der wird bei Direktversicherern fündig. Es handelt sich hierbei um Versicherungsgesellschaften, die ihre Angebote ohne Außendienst verkaufen und deshalb etwas günstiger anbieten können.

Gibt es Policen ohne Provisionen?

Die Provisionen für Lebensversicherungen lassen sich mit Nettopolicen umgehen. Bei diesen zahlt der Lebensversicherer anders als bei Provisionstarifen keine Abschlussprovisionen. So können Versicherte schnell dreistellige Beträge im Jahr sparen, die ihnen bei provisionsbasierten Policen entgehen würden.

Was ist eine Nettopolice?

Eine Nottopolice ist ein Versicherungsvertrag ohne die sonst üblichen Abschlussprovision (Einmalig) und Bestandsprovision (jährlich wiederkehrend). Mit Nettopolicen können Versicherte schnell dreistellige Beträge im Jahr sparen, die ihnen bei provisionsbasierten Policen entgehen würden.

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0 Antworten

  1. Ich möchte eine Lebensversicherung abschließen. Gut zu wissen, dass man hier auch die Provisionen sparen kann. Das muss ich mir merken.

  2. Hallo, ich bin seit langem selbstständig und habe bereits eine Altersversorgung Riester. Die Auszahlungen gibt es leider nur Verrentet . Würde gerne noch eine Rentenversicherung abschließen mit Kapitalauszahlung, wenn möglich mit steuerlichen Auswirkung, ähnlich wie bei Riester. Gibt es da noch weitere Produkte? Lieben Dank, J. Friemann

    1. Hallo! Wir beraten auf dem rentablo.de Blog nicht individuell, aber könnten einen auf diesen Sachverhalt spezialisierten Berater empfehlen. Unsere Empfehlung erreicht Sie unverbindlich per Email.

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