Es sind unruhige Zeiten, in denen wir gerade Leben: Überall passiert etwas; Es entstehen Konflikte, es lösen sich Konflikte – alles ist historisch. Froh, dass ich kürzlich beim DAX-Sturz wieder nachgekauft habe, wundere ich mich trotzdem ein wenig ob der starken Volatilität in sonst so stabilen Börsengefilden. Ist jetzt ein Wertpapierdepot noch sicher?

Mit Herausforderungen wie dem Krieg in Syrien, dem zerfallenen Irak, dem instabilen Afghanistan und den daraus entstandenen Folgen wird die deutsche Wirtschaft wohl am besten klar kommen. Schwieriger sieht es aus, wenn aus der Ukrainekiste ein Frozen Conflict wird und die EU-Russland-Beziehungen für längere Zeit am Boden bleiben.

Wer traut sich noch zu investieren?

Auch wenn Griechenland gerade schlummert und der Sturm überstanden scheint, so hat sich doch fundamental noch nichts verbessert. Wenn uns dann noch die britische Insel den Rücken kehrt oder Frankreich seinen Problemen erliegt – fliegt uns alles um die Ohren. Wer traut sich denn da eigentlich noch in die Märkte zu investieren und ein Wertpapierdepot zu eröffnen?

Mein politologischer Blick auf die Welt muss mich eigentlich zum Pessimisten und damit an der Börse zum Baissier machen, allerdings habe ich mir schon vor einer Weile geschworen, nie wieder auf sinkende Kurse zu setzen. Ganz pragmatisch mache ich das nicht mehr, weil ich dabei nicht einfach auf meiner Anlage sitzen bleiben kann, um Stürme zu durchstehen. Innerlich regt sich in mir übrigens – der Welt zum Trotz – der Funke Hoffnung mit seinen optimistischen Erwartungen.

Historisch gesehen ist ständiger Pessimismus Unfug

Im Hier und Jetzt scheinen uns alle Herausforderungen immer zu groß, um irgendwann einmal gelöst werden zu können – historisch ist das Unfug. Wir leben in der friedlichsten und wohlhabendsten Zeit der Menschheit. Die Welt hat Möglichkeiten gefunden, Konflikte auszutragen, ohne neue Weltkriege zu starten. Wenn es sogar die USA schafft, mit Cuba und dem Iran eine Friedenspfeife zu rauchen – dann sollten wir uns über die spannenden Zeiten freuen und überlegen, wie sich die Welt in der Zukunft verändern wird. Alles neue Möglichkeiten!

Ein Wirtschaftshistoriker würde übrigens auf die Geschichte der Märkte schauen und seit der Erfindung der Börse einen Aufwärtstrend trotz aller Krisen und Konflikte feststellen (Stichwort Renditedreieck). Im Rückblick wird mein Wertpapierdepot auch historische Ereignisse ausgehalten haben – und an meinem Lebensende immer noch da sein.

euer Florian

Picture under CC-License by Flickr-User Seattle Municipal Archives.