DWS Depot wird zu MorgenFund Depot: Achtung, lesen Sie das!

Es geht alles ziemlich schnell: Erst vor wenigen Tagen erhielten Fondssparer mit einem DWS-Depot die Nachricht, dass sie einen neuen Vertragspartner bei der Fondsanteilsverwahrung bekommen. Aus dem DWS Depot wird zum 1. Dezember ein MorgenFund Depot. Dahinter steht die neu gegründete MorgenFund GmbH (https://www.morgenfund.com)

Viele DWS-Fondssparer sind verunsichert, wie die zahlreichen Anrufe bei unserem Support zeigen. Was ist da los, welche Änderungen gibt es? Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen. Vorab so viel: Für Hunderttausende Fondssparer ist das jetzt die Gelegenheit, künftig deutlich mehr Geld auf dem Konto zu haben. Sie müssen nur den Fondsdiscounter Rentablo einschalten – entweder beim neuen MorgenFund Depot oder nach einem Depotwechsel etwa hin zur Comdirect.

MorgenFund Depot: Fondssparer sollen auf Herausgabe von Bestandsprovisionen verzichten – so kriegen Sie das Geld trotzdem

Denn klar ist: Wie bisher beim DWS Depot sollen beim MorgenFund Depot die Fondssparer auf die Herausgabe von Bestandsprovisionen verzichten. Indem aber der Fondsdiscounter Rentablo eingeschaltet wird, können Fondssparer die Bestandsprovisionen trotzdem erhalten – als Rentablo-Cashback.

Und wer bereits Rentablo-Kunde ist und Cashback für seine Fondsanteile im DWS Depot erhält, sollte nun einen Wechsel zur Comdirect als Depotbank in Erwägung ziehen. Denn via Comdirect sind die ausgeschütteten Bestandsprovisionen meist spürbar höher, wie unser Vergleich von drei beliebten DWS-Fonds zeigt:


Hier können Sie das Cashback zu weiteren DWS-Fonds abfragen und weitere Informationen über einen Wechsel des Depots erhalten.

Warum wird aus dem DWS Depot ein MorgenFund Depot?

Die DWS Group (DWS) hat laut einer Pressemitteilung vom Herbst 2021 das Depot-Geschäft (nicht die Fondsgesellschaft DWS) an BlackFin Capital Partners (BlackFin) verkauft, ein Finanzunternehmen mit vier Niederlassungen in Europa. Die neue Fondsplattform mit dem Namen MorgenFund ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem die DWS 30 Prozent hält.

Der Deal wurde 2021 geschlossen, vermutlich kam erst jetzt das OK der Aufsichtsbehörden und möglicherweise soll aus steuerlichen Gründen der Deal noch in diesem Jahr vollzogen werden.

Was ändert sich mit dem neuen MorgenFund Depot?

Laut Kundeninformationen der DWS ändert sich zunächst nichts. Das Investmentdepot werde unter der bekannten Depotnummer fortgeführt. Ebenfalls würden alle Freistellungsaufträge, Nichtveranlagungsbescheinigungen, vorgemerkte Transaktionen, Sparpläne, Auszahlpläne, Vollmachten, Sperrmerkmale (z. B. Verpfändung, Treuhändersperrvermerke) unverändert von MorgenFund übernommen. Beim SEPA-Lastschriftmandat ändert sich die Gläubiger-Identifikationsnummer. Die Preise sollen ebenfalls unverändert bleiben. Hier eine Preisübersicht aus dem MorgenFund-Preisverzeichnis:

Warum wird die Zustimmung des DWS-Kunden gefordert?

Laut DWS ist das eine Folge der BGH-Rechtsprechung, wonach Schweigen nicht zwangsläufig als eine Zustimmung gewertet werden kann. Allerdings dürfte die geforderte Zustimmung auch damit zu haben, dass eben nicht alle Regelungen 1:1 von MorgenFund übernommen werden.

Aufgefallen ist uns in den AGB diese Passage:

Der Kunde erklärt sich damit einverstanden, dass das Institut die von den Verwaltungsgesellschaften an das Institut geleisteten laufenden Vertriebsprovisionen erhält und behält, vorausgesetzt, dass das Institut die laufende Vertriebsprovisionen nach den dafür geltenden aufsichtsrechtlichen Vorschriften annehmen und behalten darf. Abweichend von eventuell anwendbaren gesetzlichen Regelung vereinbaren das Institut und der Kunde, dass das Institut die oben genannten Zuwendungen vereinnahmen und behalten sowie – sofern vorhanden – an den Vermittler des Kunden, dessen Vertriebsorganisation bzw. deren IT-Dienstleister gewähren darf – sofern dies gesetzlich/aufsichtsrechtlich zulässig ist – und das ein Anspruch des Kunden gegen das Institut und/oder den Vermittler des Kunden und/oder dessen Vertriebsorganisation und/oder dessen IT-Dienstleister auf Herausgabe der oben dargestellten Zuwendungen nicht entsteht.

Wie gesagt: Indem Sie Rentablo als Fondsdiscounter einschalten, fließen diese Provisionen künftig an Rentablo und werden als Cashback mit hervorragenden Rentablo-Konditionen an Sie ausgeschüttet.

Fondsdiscount geht mit dem neuen MorgenFund Depot – noch höheres Cashback erhalten Sie aber, wenn Sie einen Depotübertrag an die Rentablo-Partnerbank Comdirect veranlassen und dort Rentablo als Fondsdiscounter einschalten.

Mit einem Depot bei der Comdirect werden höhere Bestandsprovisionen ausgeschüttet.
Mit einem Depot bei der Comdirect werden höhere Bestandsprovisionen ausgeschüttet. Quelle: Rentablo Provisionsrechner. Übrigens für einen Depot­über­trag dürfen Banken laut einem Urteil des Bundes­gerichts­hofs (BGH) inner­halb Deutsch­lands keine Gebühren verlangen. Und die Finanzaufsicht Bafin hat im Frühjahr 2022 angewiesen, dass der Depotübertrag grund­sätzlich nicht länger als drei Wochen dauern darf. 

Was passiert, wenn die Zustimmung nicht erteilt wird?

Erfolgt die Zustimmung nicht sofort, zieht das den verfügbaren Informationen zufolge nicht automatisch eine Vertragsbeendigung der Depotbeziehung  durch MorgenFund nach sich. Vielmehr wird MorgenFund die Kunden später erneut kontaktieren, um eine entsprechende Zustimmung zu erreichen.  Zum 1. Dezember sollen offenbar die Depots übertragen werden, auch wenn keine Zustimmung der Kunden vorliegt.

Wie lange es dann dauert, bis MorgenFund die Zustimmung fordert und mit Depotkündigung droht, lässt sich nicht sagen.

 

 

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