In der Rentablo-Serie über Provisionen in der Finanzbranche haben wir bereits vorgestellt, was Vermittler von Lebensversicherungen und Krankenversicherungen verdienen. Nun geht es um Sachversicherungen. Die Provisionen für den Abschluss sind auf den ersten Blick überraschend niedrig. Dennoch verbirgt sich auch dahinter ein gewaltiges Geschäft.

Hausrat- und Gebäudeversicherungen sind die bekanntesten privaten Sachversicherungen. Rund 50 Millionen Verträge gibt es derzeit in Deutschland, so die Zahlen des Versichererverbandes GDV. Für den Abschluss einer Hausrat- oder Gebäudeversicherung erhält der Vermittler meist 20 Prozent Abschlussprovision. Kostet die Prämie für eine neue abgeschlossene Hausratversicherung im Jahr zum Beispiel 150 Euro, fließen dafür gerade mal 30 Euro Provision.

Das ist wenig, wenn man bedenkt, dass ein sorgfältiger Vermittler möglicherweise mehrere Stunden mit Beratung und Verwaltungsarbeiten zu diesem Vertrag zugebracht hat. Da die Prämie für die Hausratversicherung unter anderem vom Wert des Hausrates sowie der genauen Lage des versicherten Ortes abhängt, kann es bei einer kleinen Wohnung in einer günstigen Zone auch sein, dass die Abschlussprovision für mehrere Stunden Arbeit deutlich unter 30 Euro Provision liegt.

Bestandsprovision bei der Hausrat- und Gebäudeversicherung: 20 % der Jahresprämie

Allerdings kommt in der Folgezeit noch eine Bestandsprovision hinzu. Diese beträgt meist ebenfalls 20 Prozent der Jahresprämie. Also jedes Jahr 30 Euro – für die der Vermittler nicht mehr unbedingt eine Leistung erbringen muss. Sofern es keinen Schadenfall gibt und der Kunde nicht mit Änderungswünschen ankommt, hat der Vermittler keinen Aufwand. Bei einer deutlich teureren Wohngebäudeversicherung für 500 Euro Jahresprämie wären es 100 Euro.

Lohnend wird das dann durch die Masse. Ältere Versicherungsagenturen haben mitunter Tausende private Hausrat- und Gebäudeversicherungen im Bestand, die dementsprechend Jahr für Jahr ein verlässliches Einkommen einbringen. Da die Deutschen sich eher scheiden lassen, als die Hausrat- oder Gebäudeversicherung zu wechseln, kann der Agentur-Inhaber praktisch wie mit einer Rente rechnen.

Die Zahlen bezogen auf die Branche: Für private Hausrat- und Gebäudeversicherungen zahlen die Deutschen laut Versichererverband GDV jedes Jahr rund 11 Milliarden Euro. Bei 20 Prozent Bestandsprovisionsatz fließen somit rund 2,2 Milliarden Euro an Bestandsprovisionen – nur für private Hausrat- und Gebäudeversicherungen. Zum Vergleich: Der Jahreshaushalt der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf mit 650.000 Einwohner beträgt rund drei Milliarden Euro.

Sachversicherungen: So sparen Sie als Kunde

Wie kann ein Versicherungskunde sparen? Wichtig zu wissen: Eine Provisionserstattung (Cashback) wie sie Rentablo für Abschlussprovisionen (Ausgabeaufschlage) und Bestandsprovisionen bei Investmentfonds vornimmt, ist weder bei einer Hausratversicherung noch bei einer Gebäudeversicherung möglich, da der Gesetzgeber die Provisionsabgabe für Versicherungen verhindert hat.

Aber: Selbst wer lieber einen Außendienstler haben möchte, den er im Schadenfall anrufen kann, wird bei Vergleichen mit großer Wahrscheinlichkeit einen Anbieter finden, der bei ähnlicher Leistung weniger kostet. Aufgrund der viel höheren Prämien lohnt sich das besonders in der Wohngebäudeversicherung.

Bei der Hausratversicherung hilft mitunter bereits eine Vertragsüberprüfung, um weniger Prämie und damit weniger Provision zu zahlen. So vereinbaren viele Kunden eine pauschale Summe pro Quadratmeter, meist 650 Euro pro Quadratmeter. Damit hat man zugleich eine Unterversicherungsverzicht-Zusage der Versicherungsgesellschaft. Das bedeutet: Sollte der Hausrat mehr wert gewesen sein, kann die Versicherung nicht anteilig kürzen.

Bei einer 80 Quadratmeter großen Wohnung würde das eine Versicherungssumme von 52.000 Euro bedeuten (80 x 650). Für jene, die eher spartanisch ausgestattet sind, ist das möglicherweise viel zu viel. Wenn Sie Wert des Hausrates von Hand ermitteln, ergibt sich dann möglicherweise eine deutlich geringe Versicherungssumme und damit eine deutlich geringere Prämie.

Nächster Teil der Rentablo-Serie zum Thema Provisionen: Investmentfonds