China nennt es einen Handelskrieg, den die USA unter Präsident Trump gegenüber der Europäischen Union, Kanada und China erklärt haben. Für Investoren stellt sich die Frage, welche Strategie für die Minimierung der damit verbundenen Risiken geeignet ist.

Bereits vor mehr als vier Jahren hatten wir dem Thema Risikominimierung einen Beitrag gewidmet, der bis heute täglich von Investoren abgerufen wird. Die Quintessenz des Artikels lautete, dass fundamental orientierte Anleger durch das disziplinierte Ausschalten der eigenen Zwänge und “Animal Spirits“ die Risiken bei der Geldanlage zuverlässig minimieren. Aus der eigenen Strategie und Disziplin entstehe eine sicherere Geldanlage sowie die abgeleitete Maxime, solange festzuhalten, bis sich fundamentale Änderungen ergeben.

Markiert der Handelskrieg eine fundamentale Änderung?

Wer nun der Auffassung ist, dass der beginnende Handelskrieg eine Eskalationsspirale in Gang setzen wird, der wird darin womöglich eine fundamentale Änderung erkennen. Dies gilt natürlich insbesondere für die Branchen und Märkte, die von den Strafzöllen auf beiden Seiten der Zollschranken am stärksten betroffen sind.

Nach der gestern durch Trump erfolgten Androhung von US-Strafzöllen von 10 Prozent auf Waren aus China mit einem Volumen von weiteren 200 Mrd. Dollar und der angedrohten Reaktion aus Peking ist der Asia Pacific Index laut Bloomberg um 1,6 Prozent gesunken, während der Shanghai Composite Index um 3,8 Prozent niedriger auf dem tiefsten Niveau seit September 2016 schloss. In Europa lag der Stoxx 600 Index heute früh 0,7 Prozent niedriger; der DAX brach am heutigen Morgen zu Handelsbeginn um bis zu 1,8 Prozent ein.

Dennoch geben viele Kommentatoren die Hoffnung nicht auf, dass es zu einer Einigung der Kontrahenten kommt, bevor die weltweite Konjunktur ernsthaften Schaden nimmt. Wer diese Hoffnung teilt und seine Animal Spirits im Griff behalten kann, wird an der eingangs genannten Maxime festhalten.

Suche nach sicheren Häfen

Wer dagegen skeptisch in die unmittelbare Zukunft schaut, wird sich Gedanken darüber machen, Cash-Positionen zu erhöhen oder Investitionen in Anleihen und ähnliche Produkte zu verlagern. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg haben professionelle Anleger vor allem Kapital von US-Werten weg in Anlagen in den japanischen Yen getätigt, der um 0,7 Prozent gestiegen ist.

Investments nach Branche

Rentablo-Nutzern wird im Bereich Depotanalyse ausgewiesen, wie ihre Investments auf die verschiedenen Branchen verteilt sind. In der gegenwärtigen Situation zählen produzierende Branchen und physische Güter eher zu den Sektoren, die von der Auseinandersetzung negativ betroffen sein können.