Eine Reihe von Versicherungsunternehmen hat in jüngster Zeit ihre Bestände an Lebensversicherungen an sogenannte Run-off-Gesellschaften verkauft; bei weiteren Gesellschaften gibt es entsprechende Planungen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung einerseits – in den kommenden Jahren gehen die sogenannten geburtenstarken Jahrgänge in Rente – und den historisch niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt stehen manche Versicherer unter starkem Druck.

Deshalb planen einige, wie Generali, Ergo oder soeben erst Standard Life, aus der klassischen Lebensversicherung aussteigen und ihre alten Verträge in sogenannten Run-off-Gesellschaften abzuwickeln. Einige Gesellschaften haben ihre entsprechenden Pläne bereits umgesetzt; nach Angaben des ZDF betrifft dies bisher 1,8 Millionen Lebensversicherungsverträge in Deutschland.

Zwar will die Finanzaufsicht Bafin die Übernahmen genau prüfen und dabei auch die Interessen der Kunden gewahrt wissen. Aber bei den Betroffenen will trotzdem keine Begeisterung für die Maßnahmen aufkommen. Viele Versicherte befürchten, dass die ohnehin schon schwachen Renditen ihrer Altersvorsorge-Produkte weiter bröckeln. Die Rede ist von Vertrauensverlust.

Kritisch haben sich auch Verbraucherschützer zu der Problematik geäußert. Und auch in der Politik ist das Thema bereits angekommen. So will die CDU eine Regulierungs-Initiative aus diesem Trend initiieren.

Insbesondere bestehen Zweifel an den Geschäftsmodellen Run-off-Gesellschaften und ihrer Fähigkeit, die vertraglich vereinbarten Renditeziele zu gewährleisten.

Aktuell ist auch nicht damit zu rechnen, dass Ruhe in die Diskussion kommt. So hat das ZDF erst Mitte Februar getitelt “Lebensversicherungen verkaufen ihre Kunden” – und das will natürlich niemand. Die Gesellschaften auf der einen Seite beklagen die “unsachliche” und “emotionale” Diskussion, Verbraucherschützer und Presse auf der anderen Seite warnen vor einem “Ausverkauf der Verbraucherrechte”.

Versicherte sollten ihre Verträge prüfen

Die Stiftung Warentest rät Run-off-Betroffenen, zunächst einmal die aktuellen Standmitteilungen hinsichtlich der Frage zu prüfen, ob sich die Überschussbeteiligung verschlechtert hat. Insbesondere bei älteren Verträgen raten die Verbraucherschützer zur Fortführung der Verträge. Sie argumentieren, dass die Versicherten die meisten Kosten dieser Policen längst bezahlt haben und diese zudem immer noch deutlich bessere Zinsen garantieren, als am Markt aktuell zu haben sind. Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden, sind zudem in der Auszahlung steuerfrei.

Rentablo prüft aktuell die Alternativen wie Rückabwicklung des gesamten Vertrages und den Verkauf von Policen auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen.

Wir werden dazu die weitere Entwicklung im Auge behalten und unsere Blogleser gegebenenfalls informieren.