Comdirect erloschen: Was ändert sich für Fondssparer, was wird aus dem Depot?

Wann wird ein Comdirect-Kunde zum Commerzbank-Kunden?

26 Jahre Bankgeschichte haben ein Ende: Die Comdirect als eigenständiges Unternehmen gibt es nicht mehr. Die Konzernmutter Commerzbank hat die restlichen Aktien aufgekauft.  Am 02.11.2020 wurde mit der Eintragung in das Handelsregister die Übernahme von Comdirect durch die Commerzbank vollzogen. Aus der comdirect bank AG ist nun „comdirect – eine Marke der Commerzbank AG” geworden.

Aber was bedeutet das für Depotbesitzer, die bei der Comdirect ihre Fondsanteile verwahren und via Rentablo als Fondsvermittler Ausgabeaufschläge und Bestandsprovisionen sparen? Rentablo hat dazu recherchiert, was sich ändert und beantwortet die naheliegenden Fragen von Fondssparern mit Comdirect-Depot, einem bei uns besonders häufig gewähltem Partnerbank-Angebot.

Warum nimmt die Commerzbank die Comdirect überhaupt vom Markt?

Die Commerzbank hat die Comdirect 1994 gegründet, im beschaulichen Quickborn bei Hamburg, und einen kleinen Teil der Aktien im Jahr 2000 an die Börse gebracht. Seitdem wurde die Direktbank-Tochter (“Bank neu denken”) immer schöner, sprich erfolgreicher; die Mutter als klassische Filialbank (“Die Bank an Ihrer Seite”) kämpfte beständig mit Altersbeschwerden. Der Commerzbank-Vorstand will die Comdirect mit rund 2.7 Millionen Kunden nun wieder in das Privatkundengeschäft einbauen, mehr auf das Online-Banking setzen und langfristig so 150 Millionen Euro jährlich sparen, vor allem bei IT und Personal (Link ARD-Börse). 

Das alte und neue Finanzwelt zusammenwachsen, ist nicht so ungewöhnlich. So hat die Direktbank ING (früher ING Diba) jüngst angekündigt, in die Wertpapierberatung einsteigen zu wollen (Link zu Finanz-Szene.de). Der Versicherer Gothaer wiederum hat vor einiger Zeit seinen Direktversicherer Asstel aufgegeben und die Kunden zum Mutterkonzern geholt. Die Kunden hätten nun beides, hieß es: digitale Verwaltung, aber auf Wunsch auch persönliche Betreuung durch einen Vermittler.

Was ändert sich für Comdirect-Kunden bei der Einlagensicherung?

Die gesetzliche Einlagensicherung bleibt wie durch EU-Recht vorgeschrieben bei 100.000 Euro pro Person. Zudem ist die Commerzbank AG, wie zuvor auch die comdirect, dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Aber aufgepasst: Wer bislang bei beiden Banken Kunde war, hatte einen Einlagenschutz von bis zu 200.000 Euro pro Person im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung, da es zwei rechtlich selbstständige Banken waren. Da es nun nur noch eine Bank ist, reduziert sich der Einlagenschutz auf 100.000 Euro. Bei Einlagen darüber hinaus müsste man im Fall einer Pleite Ansprüche beim freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken geltend machen.

Ändert sich der Zugang zum Depot nach der Verschmelzung?

Auf Anfrage von Rentablo im Frühjahr erklärte die Comdirect, dass sich voraussichtlich die nächsten zwei bis drei Jahre bei den Depots nichts ändern werde. Das würde bedeuten, dass Logins und Kontonummern zumindest so lange erhalten bleiben. Dass es irgendwann zu einer Zusammenlegung der Depotangebote kommt, ist indes sehr wahrscheinlich, schließlich sollen die Kostenersparnisse erzielt werden, indem alles auf ein IT-System vereinheitlicht wird. 

Ändern sich die Konditionen für das Depot wegen der Übernahme?

Der Vorstand hat dazu ebenfalls bereits im Frühjahr eine klare Aussage in seiner Kunden-Mitteilung gemacht: “Sowohl am Produkt- und Leistungsangebot als auch an den Konditionen von comdirect wird sich auch mit Eintragung im Handelsregister vorerst nichts ändern. Seien Sie versichert: Wir werden alles dafür tun, damit wir Sie auch weiterhin begeistern können.” 

Unklar ist allerdings, wie lange “vorerst” dauert.  

Wir halten es für realistisch, dass sich die nächsten zwei bis drei Jahre bei den Wertpapierdepots der Noch-Comdirect nichts ändert, auch nicht bei den Konditionen. Wenn sich die Konditionen ändern, müssen sie nicht unbedingt schlechter werden. Denkbar ist auch, dass als Folge der Verschmelzung mit einer deutlichen gestiegenen Kundenzahl die Endkundenkosten sogar geringer werden.

An den Konditionen von Rentablo ändert sich in keinem Fall etwas: Die Rabatte auf den Ausgabeaufschlag von bis zu 100 Prozent sowie das Cashback von bis 100 Prozent der an uns gezahlten Bestandsprovision bleiben wie sie sind.

Sie sind Comdirect-Kunde, aber erhalten noch keine Erstattung von Bestandsprovisionen?

Via Rentablo können Sie ganz einfach Cashback beantragen. Sie müssen lediglich Rentablo als Vermittler eintragen lassen.

Diese Banken haben unsere Kunden gewählt:

Partner-BankAnteil in %
Comdirect37
Ebase21
DAB BNP Paribas15
FFB (Fil Fondsbank)10
Fondsdepotbank9
Augsburger Aktienbank5
DWS Investment2
Metzler1

Das Aus für die Comdirect: Was halten Sie von der Entscheidung der Commerzbank?

Schreiben Sie uns in den Kommentaren, was Sie davon halten, dass die Commerzbank die Comdirect übernimmt und vom Markt verschwinden lässt.

6 Kommentare

  • Noch bin ich der Meinung, dass sich bei der comdirect in Sachen Kundenfreundlichkeit
    außer, dass ich jetzt einen Betrag von 1,90€ ab Mai 21 für die Visa Card zahlen soll und der Freibetrag für sämtliche Vergünstigungen der auf 700,00€ monatl. festgesetzt wurde, keine Veränderungen festgestellt habe.
    Sollte sich die Verschmelzung der beiden Banken über einen längeren Zeitraum für mich aber negativ auswirken, werde ich mich wohl nach einer anderen Bank umsehen müssen.

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  • ich habe aus Altersgründen beide Banken da es für mich manchmal interessant ist eine Bank um die Ecke zu haben und sie ist wirklich um die Ecke. Die Comdirect war mir immer sympathischer und moderner ,bis zur total Verschmelzung sollte die Commerzbank die anwendungsfreundlicheren dinge der Comdirect übernehmen ,da sie immer sehr umständlich war.

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  • Die Übernahme der Comdirectbank durch die Commerzbank missfällt mir sehr.
    Ich habe Konten bei beiden Banken und kann deren Qualität deshalb beurteilen.
    z.B. kann man sämtliche Anliegen nur mit einem persönlichem Kundenberater klären,
    der aber telefonisch spontan nicht erreichbar ist. Man wird von der Zentrale auf Rückruf gesetzt und muss auf diesen Rückruf warten bis der persönliche Berater Zeit hierfür hat.
    Kurz vor Jahresende, als ich noch dringende Probleme klären musste, scheiterte überhaupt jeder Versuch einen Ansprechpartner zu erreichen.
    Ich befürchte nun dass die Commerzbank auf Dauer versuchen wird auch bei der Comdirekt ihre Profitabilität durch Personaleinsparungen zu verbessern.
    Meine Absicht mein Konto bei der Commerzbank ebenfalls zur Comdirekt zu verlagern
    kann ich mit dieser Übernahme vergessen.

    Eigentlich wollte ich mit meinem Konto bei der Commerzbank zur Comdirekt wechseln.

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  • Es ist wie überall: Man kann leider nicht alles haben. Die einen haben Sparplan ab 25 die anderen ab 50 Euro, dafür gibt es keinen Auszahlplan usw.

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  • Wie Sie auf die Bewertung „Schon jetzt ähneln sich Comdirect und Commerzbank bei den Depot-Grundkosten“ kommen kann ich nicht nachvollziehen. Feste Jahreskosten (comdirekt) und prozentuale Kosten (Commerzbank) sind ein fundamentaler Unterschied. Fuer ein 100 kEUR Depot sind das
    comdirect: 23.40 (12*1.95)
    Commerzbank 175.00 (100k*0.175%)

    Ab 15kEUR ist comdirect guenstiger, also in Praxis wohl bei den meisten Kunden.

    Antworten
  • Ich bedauere die Zusammenlegung der beiden Banken. Als Kunde beider Banken habe ich die Flexibilität der comdirect und die Zuverlässigkeit der Commerzbank schätzen gelernt. Durch die Verschmelzung gehen nach meiner Meinung die jeweiligen Vorteile beider Banken zum Teil verloren. Es wäre schade wenn ich gezwungen wäre beide Bankverbindungen irgendwann aufzugeben.

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