Fonds-Porträt: Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI – “Investments nach dem Reinheitsgebot der Kapitalanlage”

Es gibt nur wenige Investmentfonds, die den Namen ihres Machers tragen. Zu diesen gehört der Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI, der von Fondsgesellschaft Ampega (AMI) in Köln aufgelegt wurde. Geprägt wird der Fonds aber von dem aus vielen Veröffentlichungen und TV-Auftritten bekannten Ökonom Prof. Dr. Max Otte, und zwar mittels der Privatinvestor Kapitalanlage GmbH als Fondsberater. Wir stellen den Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI vor, dessen vorrangiges Ziel sich ebenfalls aus dem Namen ergibt: Vermögensbildung.

Steckbrief Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI

WKN / ISIN:A1J3AM /
DE000A1J3AM3
Auflagedatum:01.07.2013
Performance seit Auflage:51,88 % (Stand: 30.11.2020)

Kategorie:Aktienfonds (mind. 51%)
Anlageidee:Möglichst hoher Wertzuwachs mit Investments in eigentümergeführte Unternehmen mit Zukunftsperspektive nach dem "Reinheitsgebot"
Volumen:60,6 Millionen Euro (Stand: 30.11.2020 )
Ausgabeaufschlag:*4 %
Verwaltervergütung:*1,44% p.a.
Kauf ohne Ausgabeaufschlag über Rentablo:*ja

* Rentablo-Kunden sparen den Ausgabeaufschlag und bekommen zusätzlich die in der Verwaltervergütung enthaltene Bestandsprovision als Cashback erstattet.

5 Fragen an den Fondsmanager Prof. Dr. Max Otte

Prof. Dr. Max Otte (geboren 1964) studierte  Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und politische Wissenschaften an der Universität zu Köln sowie an der American University in Washington, D.C. 1997 stieg Max Otte nach seiner Promotion bei der Unternehmensberatung Arthur D. Little International ein,;2001 erhielt er den Ruf als Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre  an die FH Worms. Seit 2005 ist Otte als Fondsmanager aktiv. Seit 1. Juli 2013 berät er den nach ihm benannten Max Otte Vermögensbildungsfonds. Der ebenfalls von ihm beratene PI Global Value Fund P! hat den 2. Platz in der Kategorie „Mischfonds überwiegend Aktien“ für den Zeitraum 3 Jahre inne. Diese Platzierung erreichte der Fonds bei der Auswertung der Fondsstatistik des Magazins „€uro“.

1.Was macht der Vermögensbildungsfonds AMI?

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI investiert in Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere, etwa Edelmetall-ETCs (Ein ETC ist eine Inhaberschuldverschreibung, die zum Beispiel mit physischen Goldbeständen besichert wird). Dabei gilt für uns das Reinheitsgebot der Kapitalanlage: Nur echte Wertpapiere, die Derivate werden gemieden. Echte Wertpapiere bedeutet: Wie schon vor 100 Jahren dient das Wertpapier dazu, das dem Unternehmen Kapital zufließt und so die Wertschöpfung unterstützt. Zum Reinheitsgebot gehört außerdem: ein langfristiger Horizont.

Die langfristige Rendite ist das Ziel dieses Fonds. Nur so kann nach meiner Überzeugung nachhaltiges Vermögen gebildet werden. Konsumgüter, Technologie, Finanzinstitute sind aktuell hoch gewichtete Branchen. Zur Zeit haben wir einen Aktienanteil von rund 80  Prozent. Gut 20 Prozent halten wie Kasse, weil der Aktienmarkt derzeit teuer ist und es dementsprechend schwer ist, unterbewertete Unternehmen zu finden. Auch wegen der Freiheit, nicht voll in Aktien investiert zu sein, sehen wir uns eher als aktienlastiger Mischfonds.

2.Was macht den Vermögensbildungsfonds AMI besonders?

Ein Schwerpunkt sind beim Vermögensbildungsfonds eigentümergeführte Unternehmen – sie machen den Unterschied. Denn Familienunternehmen erzielten am Aktienmarkt nachweislich eine bessere Rendite, da zu ihrer DNA insbesondere Weitblick, Innovationskraft sowie eine starke Tradition gehören. Gute Beispiele aus Deutschland sind Sixt und Hermle, bei denen die Familie jeweils als dominanter Aktionär auftritt und langfristige Ziele verfolgt. Auch in den USA gibt es solche Firmen, etwa den Tierkrankenversicherer Trupanion, bei denen der Gründer weiterhin im Vorstand sitzt. 

Das Handelsvolumen ist aber oft gering, so dass die Aktien nicht oder nur teilweise von ETFs gekauft werden. Das ist die Chance für kleinere Fonds wie dem Vermögensbildungsfonds.

3.Herr Max Otte, Wie gehen Sie bei der Titelauswahl vor?

Der Fonds verfolgt einen wertorientierten Ansatz, indem er vor allem in Aktien investiert, deren fairer Wert deutlich über dem aktuellen Kurs liegt. Deshalb haben wir zum vor gut zwei Jahren den chinesischen Onlinehändler JD.com ins Depot genommen, das chinesische Äquivalent zu Amazon. Wir wussten schon lange, dass das Unternehmen starke Qualitäten hat, etwa den strikt praktizierten Schutz vor gefälschten Waren. Aber uns war das Unternehmen zu teuer. Als wegen Gerüchten um den Gründer und Vorstand die Aktie absackte, haben wir sofort zugegriffen. Wie erwartet, erholte sich der Kurs schnell. Seit unserem Einstieg hat er sich sogar fast verdreifacht.

In der Corona-Zeit achten wir noch mehr auf solide Bilanzen. Nur mit einem starken Fundament können Unternehmen die Pandemie als Chance ergreifen und ihren Marktanteil langfristig ausbauen. Zu einer soliden Bilanz gehört für uns insbesondere, dass die Verschuldung nicht das Dreifache des jährlichen freien Cashflows übersteigt. Nur solche Unternehmen sind vor einem Genickbruch geschützt, wenn plötzlich die Zinsen steigen sollten.

Ein anderes Beispiel aus unserem Portfolio ist die Gruppo Mutuionline, ein Anbieter von Vergleichsportalen in Italien. Der Corona-Einbruch erwischte die Aktie schwer, zwischen Februar und März war sie zeitweise 45 Prozent im Minus. Aber wir wussten, dass es sich um ein grundsolides Unternehmen handelt, das weit unter Wert stand. Wir sind dabei geblieben – die Aktie erholte sich schnell und hat mittlerweile sogar neue Höchststände erreicht.

4.Welche Rendite / Performance streben Sie an – und woran messen Sie sich?

Wir hatten eine Zäsur Mitte 2016. Zu diesem Zeitpunkt waren wir mit der Performance noch nicht zufrieden. Wir haben 2016 dafür gesorgt, dass die von mir vertretenen Anlagegrundsätze noch konsequenter im Team umgesetzt werden, was auch zu personellen Konsequenzen führte. Das hatte Erfolg: Seit Mitte 2016 performte der Vermögensbildungsfonds mit einem beachtlichen Plus von 48,3 Prozent. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 10,9 Prozent. Damit konnten wir den DAX (+37,3 Prozent) deutlich hinter uns lassen. Das ist auch weiterhin unser Anspruch: nach Kosten plus 10 Prozent p.a.

Allerdings legen wir bewusst keinen Vergleichsindex an als Maßstab für unser Handeln, denn das könnte zu kurzfristigen Aktionismus verleiten, um nah am Index zu bleiben. Für mich zählt allein der langfristige Erfolg. Ich bin zufrieden, wenn in 15 oder 20 Jahren ein Anleger sagt: Der Otte hat es gut gemacht.

5.Für welchen Anleger ist der Vermögensbildungsfonds AMI geeignet?

Es sollten Anleger sein, die langfristig Vermögen aufbauen und sichern wollen. Der Fonds eignet sich nicht für Spekulanten auf der Suche nach der schnellen Rendite und Investoren mit einem Zeithorizont von unter drei Jahren oder jene, die die Kursschwankungen weitgehend ausschließen wollen.

Download Verkaufsprospekt/ Anlegerinformationen Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI

Prof. Dr. Otte war live im Interview mit André Rabenstein, dem Geschäftsführer der Rentablo GmbH

Prof. Dr. Max Otte berichtete Insides über den Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI und zu seiner Strategie “Investments nach dem Reinheitsgebot der Kapitalanlage”. Weiterhin beantwortete er Zuhörerfragen und gab seine Einschätzungen zu den Rohstoff- und Aktienmärkten, zu seiner Aktienauswahl und Ausblicke auf das Jahr 2021.

5 Kommentare

  • Herr Rabenstein,
    das ist natürlich richtig, aber wenn ich mir die Performance vom PI Global Value Fonds P (LI0034492384) seit Gründung 04.2008 betrachte, der ja fast identisch mit dem Vermögensbildungsfonds ist, stelle ich fest, dass der Fonds in Abwärtsphasen genau soviel verliert wie der MSCI World Index, aber in den Aufholphasen hinterherhinkt. Wo darin eine Krisenbewältigung ( wir können Krise ) liegt, ist mir schleierhaft. Die bestünde darin, die Abwärtsphase abzumildern, nicht nachzumachen. Resultat: Performance 150%, MSCI World 250%. Wie man es besser macht, zeigt der Flossbach Von Storch Mult. Opp. (A0m430): 200% durch gekonntes abfedern der Abwärtsphasen.
    Oder der MFS Meridian – Prudent Wealth Fund – I1 USD (A0NAAS): anderer Ansatz, ganz anderer Chart, aber selbes Endresultat wie der Flossbach.
    Diese Performance nenne ich planbar, mit minimalen Schwankungen. Auch ohne die großen High-Techs wie Apple, Amazon, Alibaba, Google, Tesla usw. stark zu gewichten. Wenn es also um eine gute langfristige Performance ohne grosse Schwankungen geht, sind diese beiden Fonds eindeutig besser aufgestellt. Natürlich kann man den Vermögensbildungsfonds auch beimischen, aber als alleinigen Fonds würde ich ihn nicht empfehlen, dafür sind die Schwankungen doch zu hoch. Schließlich kostet aktives Management auf lange Sicht eine ganze Stange Geld, und in der Verlustvermeidung liegt die Kunst. Welcher Fonds in einem großen Crash besser wäre ist wohl reine Spekulation, deshalb wäre ein Mix der 3 Fonds meines Erachtens am besten. Was meinen Sie dazu?
    Mit besten Grüßen
    Romain

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  • Sehr interessant, ich hoffe Sie präsentieren noch öfters solche Fondsporträts.
    Ein Glück, dass nicht viele Fragen von Privatanlegern gestellt wurden, das ermöglichte Herr Rabenstein einige sehr interessante und spannende Fragen zu stellen, wie z.b. die wichtige Frage nach der Verleihung von Aktien im Depot. Obschon Herr Otte versuchte sich herauszuwinden, hakte Herr Rabenstein unerbittlich nach. Meiner Meinung nach vereint sich das Verleihen von Positionen nicht mit einem nach dem Reinheitsgebot und nach Value-Prinzipien funktionierenden Depot . Mag darin liegen, dass Herr Otte nur eine beratende Funktion innehält, und nicht wie im MOMO Fonds den Fonds selbst aufgelegt hat… ( soviel ich weiß ).

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    • Hallo Romain, vielen Dank für Ihr Feedback. Ja, wir werden auch in Zukunft solche Formate anbieten und Ihnen die Möglichkeit einräumen die Fondsmanager besser kennenzulernen und Ihre Fragen zu stellen. Mit herzlichen Grüßen aus Berlin, André von rentablo.de

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  • Wenn ich den Fonds auf comdirect mit dem DAX vergleiche, liegt der Fonds leider weit hinter dem DAX. Ganz zu schweigen von dem MSCI World. Vermögensbildung sieht anders aus, da ist man mit einem einfachen ETF auf den MSCI World deutlich bessser bedient (betrachtet seit Auflagedatum), sowohl bei den Kosten als auch der Performance. Schade, dass rentablo eine Plattform bietet und nichtmal die angegebenen Index-Vergleiche überprüft 🙁

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    • Liebe Nadine, vielen Dank für Ihr Feedback. Vermögensbildung kann für Kunden auch eine planbare Performance unabhängig von der Marktlage bedeuten. Das Indizes, wie Dax und MSCI World, in den letzten Jahren gut performt haben lag weniger an den darin enthaltenen „guten“ Aktien, sondern eher an dem Mangel an Alternativen und der ausufernden Geldmenge. Schön zu sehen an der Geldmenge „M3“ im Vergleich zum Dax, beide laufen nahezu parallel nach oben. Nun ist es für junge Leute teilweise schwer vorstellbar, da die Märkte seit der Finanzkrise 2008 stetig nach oben laufen, aber es gibt auch Zeiträume in der Vergangenheit, da war dies nicht der Fall. Diese Zeiträume fallender Kurse können auch 10, 20 und mehr Jahre betragen. Einfach mal die Indizes DAX, Dow Jones oder Nikkei im Langzeitchart betrachten. Wir werden alle auch solche Zeiten wieder erleben. Und genau dann lohnt sich ein aktives Management um Verluste zu minimieren und auch in solchen Zeiten Gewinne einzufahren. Wir haben hier bei Rentablo Kunden mit großen Volumina im mehrstelligen Millionenbereich. Diese Kunden interessiert es nicht, ob sie im nächsten Jahr 20% mehr haben, aber sie wollen ihr Vermögen auch in Krisenzeiten in „Sicherheit“ wissen. Deshalb ist Rentablo eine Plattform für Selbstentscheider und bietet ein breites Spektrum an Informationen, Softwaretools und Vermögensanlagen an, aus denen sich jeder Kunde das für ihn Passende heraussuchen kann. Wie immer kostenfrei oder zum bestmöglichstem Preis-/Leistungsverhältnis. Viele Grüße und maximale Anlageerfolge wünscht André von rentablo.de

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