Tradingfonds („No load“): Der Trick mit der Gebührenverschiebung

In der großen Fondslisten tauchen immer mal wieder Begriffe wie „No load“, „Typ 0“ oder „Trading“ auf. Was hat es damit auf sich? So viel vorweg: Wer einen solchen Fonds hat, kann von Rentablo besonders profitieren.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, mit solchen Angeboten wolle die Fondsindustrie Fondsdiscounter wie Rentablo arbeitslos machen: Denn bei den so genannten Tradingfonds fällt kein Ausgabeaufschlag an, selbst wenn sie mit Beratung am Bankschalter verkauft werden. Aber im Finanzwesen sollte man immer etwas genauer hinschauen: Im Gegenzug sind bei diesen „No load Fonds“ die laufenden Verwaltungsgebühren (TER genannt)  deutlich höher – und darin enthalten: eine besonders hohe Bestandsprovision für den Fondsvermittler.

1 % p.a. nur Bestandsprovision beim No load Fonds/ Tradingfonds

Schön zu sehen am Oyster World Opportunities No Load EUR (LU0133192350): Die Bestandsprovision, die bei einem Fondsdepot der Comdirect ausgeschüttet wird, beträgt laut Rentablo-Rechner üppige 1,03 % p.a. Das ist gut das Doppelte der üblichen Bestandsprovision. Ein Trost: Wer einen solchen Fonds bereits gekauft hat, bekommt als Rentablo-Kunde die Bestandsprovision ausgezahlt.

Der Rentablo-Rechner zeigt es: Über 1 % p.a. Bestandsprovision wird bei diesem No load Fonds gezahlt.
Der Rentablo-Rechner zeigt es: Über 1 % p.a. Bestandsprovision wird bei diesem No load Fonds gezahlt.

Die Tradingsfonds / No load Fonds ohne Ausgabeaufschlag (sprich: Abschlussprovison) aber mit besonders hoher Bestandsprovision kamen Ende der 90-er Jahre auf – zeitgleich mit dem Markteintritt der ersten Fondsdiscounter der Generation 1.0, die die Ausgabeaufschläge an die Kunden weitergaben. Möglicherweise wollte die Fondsindustrie verhindern, dass vermehrt kritische Fondssparer zu Fondsdiscounter abwandern.

Zu diesem Zeitpunkt wurden die in den Verwaltungsgebühren versteckten Bestandsprovisonen noch nicht groß thematisiert. Obwohl die zusätzlichen laufenden Kosten bei Tradingsfonds schon nach vier bis sieben Jahren Haltedauer den Vorteil der ersparten Kosten beim Ausgabeaufschlag zunichte machten. Mit einem ähnlichen Trick arbeiteten in den Folgejahren einige Direktbanken: Sie bewarben vollmundig Fonds ohne Ausgabeaufschlag oder mit 50 % Rabatt; im Angebot waren dann aber durchweg solche Fonds mit hohen Verwaltungsgebühren und damit hohen Bestandsprovisionen.

Wer einen Tradingsfonds oder No load Fonds sich hat andrehen lassen und immer noch hat, sollte aber keineswegs, wenn die Performance stimmt, nur wegen den hohen Gebühren die Anteile verkaufen. Alt-Bestände (vor 2009 gekauft) haben immer noch einen deutlichen Steuervorteil: bis Ende 2017 aufgelaufene Kurs­gewinne bleiben steuerfrei, für Kursgewinne seit 2018 gibt es einen Freibetrag von 100.000 Euro. Die Gebühren lassen sich auch senken, indem man Rentablo-Kunde wird und sich Cashback beim Fondsdiscounter der 2. Generation auszahlen lässt.

Ein Kommentar

  • Also ich finde bei Comdirect weder über die ISIN Nr. LU0133192350 noch über den Namen den Fonds, auch Fondsweb ist nichts zu finden.

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