Dachfonds: Gut behütet in volatilen Tagen?

Die Zeiten an den Aktienbörsen sind ruppig geworden. Nach Jahren des scheinbar ewigen Aufs der Aktienkurse, kurz unterbrochen vom Corona-Schock, zeigt sich der Sinn eines breit diversifizierten Portfolios, um Verluste zu begrenzen. Die ideale Zeit für Dachfonds? Wir stellen diese Fondsgattung vor.

Dachfonds sind seit 1999 in Deutschland zugelassen. Es handelt sich um gemanagte Investmentfonds, die ausschließlich in andere Fonds investieren, und zwar in so genannte Zielfonds. Das können zum Beispiel Aktien-, Renten-, Immobilien-, Geldmarkt- oder auch Rohstofffonds sein. ETFs sind als Zielfonds ebenfalls möglich.

Damit soll das Risiko noch breiter gestreut werden als bei üblichen Einzeltitel-Fonds, die in einzelne Wertpapiere investieren. Ausserdem wird so das Investment in Spezialfonds möglich, die dem Kleinanleger wegen hoher Mindestanlagebeträge sonst verschlossen bleiben.

Die gesetzlichen Vorgaben für Dachfonds sind wie folgt:

  • Keine Investments in Einzeltitel.
  • Keine Investments in andere Dachfonds.
  • Maximal 20 % den Fondsvolumens darf in einen einzelnen Zielfonds fließen.
  • An einem Zielfonds dürfen maximal 10 % der Anteile gehalten werden.

Es gibt kein gesetzliches Hindernis, dass eine Fondsgesellschaft in Fonds des selben Institutes investiert. Damit können, so Kritiker, gezielt Zielfonds gepusht werden.

Zwei Punkte sollten Anleger bei Dachfonds berücksichtigen:

  1. Dachfonds sind nicht per se risikoärmer. Es kommt wie bei anderen Fonds vor allem auf die Portfoliostruktur an, insbesondere die maximale Aktienquote bzw. in diesem Fall Aktienfondsquote an. Selbst Rentenfonds können risikoreich sein, wenn zum Beispiel in Emerging Markets investiert wird. Ein Dachfonds kann also durchaus spekulativ ausgerichtet sein.
  2. Dachfonds haben in der Regel deutlich höhere laufende Kosten als ein üblicher Fonds. Der Grund: Zum einen fallen die Kosten bei den Zielfonds an, zum anderen die Kosten für die Verwaltung des Dachfonds. Günstiger sind Dachfonds, die in ETFs investieren.

Zwei Beispiele, wie unterschiedlich Dachfonds sein können:

Der Best Global Concept (LU0173001644) von Feri Trust (Fondsinfos bei Fondsweb) kommt im laufenden Jahr mit Schwerpunkt Aktienfonds auf ein Minus von knapp 10 Prozent. Die laufenden Kosten werden mit 1,83% angegeben.

Der BlackRock Mgd Idx Ptf. Moderate A2RF EUR (LU1241524708)  investiert in ETF (Fondsinfos bei Fondsweb) und kommt im laufenden Jahr ebenfalls auf ein Minus von rund 10 Prozent, obwohl zuletzt Aktienfonds und Anleihenfonds sich die fast die Waage hielten. Die laufenden Kosten werden mit 1,14% angegeben (wovon Rentablo-Fondsdiscount-Kunden übrigens fast die Hälfte als Cashback ausgezahlt bekommen können).

Dachfonds im Vergleich mit Mischfonds:

Die Fondsanalysten von Scope haben 2019 eine Auswertung veröffentlicht, in der Mischfonds mit Dachfonds verglichen wurden. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • bei der Volatilität gab es im Schnitt kaum Unterschiede. Die zusätzliche Diversifizierung der Dachfonds brachte in diesem Punkt kaum Vorteile.
  • die Performance von Dachfonds war im Schnitt etwas geringer als die der Mischfonds. Das düfte vor allem an den höheren Kosten liegen.
  • Über 150 Dachfonds erzielten allerdings ein Top-Rating auf Grund ihrer starken Performance.

Unser Fazit zu Dachfonds:

Mit Dachfonds schläft man in unruhigen Börsenzeiten nicht unbedingt besser. Auch ein Dachfonds kann je nach Ausrichtung erhebliche Verluste erleiden – dies dann auch noch bei höheren Kosten. Andererseits gibt es unter den Dachfonds einige Perlen, wie die Scope-Auswertung nahelegt. Sie haben eine Dachfonds-Perle entdeckt? Dann schreiben Sie uns dazu in den Kommentaren!

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