ESG, SDG, Impact Investing: Was bedeutet das alles?

Beim Geldanlegen gibt es einen klaren Modetrend: Nachhaltigkeit. Schon bei diesem Begriff haben manche nur eine vage Vorstellung, was das sein soll. Dann ist von ESG die Rede, was vielleicht zunächst an den Eurovision Song Contest, kurz ESC, erinnert. Mal ist zudem von SDG oder SRI zu lesen und immer öfter von Impact Investing, wie neulich in einem unserem Fondsportraits.

Für eine schnelle Übersicht: die fünf wichtigsten Fakten zu nachhaltigen Investments im Video.

Alles klar? Wenn nicht, dann lesen Sie weiter. Wir erläutern die wichtigsten Begriffe und gehen besonders auf Impact Investing ein. Zunächst aber mal eine Übersicht:

  • SDG steht für “Sustainable Development Goals”: Damit sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung gemeint, die von den Vereinten Nationen erstellt wurden.
  • ESG steht für “Environment – Social – Governance“. Da geht um die Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung/ Management bei Unternehmen.
  • SRI steht für “Socially Responsible Investment”. Mit diesem Begriff wird die soziale und gesellschaftliche Verantwortung beim Investment betont.
  • Impact Investment steht für Investments mit messbarer Wirkung (impact), um soziale Probleme zu lösen.

Nachhaltigkeit: Die 17 Ziele der UN

2015 wurden auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Wer eine Art offizielle Definition für Nachhaltigkeit sucht, kann sich daran orientieren. Zu den 17 Zielen gehören unter anderem:

  • Armut beenden
  • Ernährung sichern
  • Gesundes Leben für alle
  • Bildung für alle
  • Gleichstellung der Geschlechter

Sehen Sie hier die vollständige Liste der UN auf Englisch:

Für diese Sustainable Development Goals ist vor allem eins nötig: Geld. Das Geld soll nach dem Willen von Nachhaltigkeits-Aktivisten wiederum nur in solche Branchen und Unternehmen fließen, die der Nachhaltigkeit nützen. Da sind wir dann bei ESG. Hier ein Beispiel, wie man damit ein Unternehmen bewerten könnte:

Umwelteinfluss Soziales Management
z.B. Schadstoffausstoß z.B. Mitarbeiterschutz z.B. Korruptionsvorsorge

Einige Investoren wie Fonds schließen bestimmte Branchen oder Unternehmen aus, da sie den Nachhaltigkeitszielen generell widersprechen würden. Ein typisches Beispiel ist neben der Tabak- und Alkohol- die Rüstungsindustrie.

ESG-Bewertungen von Unternehmen erstellt unter anderem der US-Finanzdienstleister MSCI. Der Fokus dabei liegt auf Risiken und Chancen durch ESG-Kriterien, etwa die möglichen Folgen, wenn durch staatliche Umweltauflagen das Business eingeschränkt wird (hier mehr zu ESG-Bewertungen durch MSCI, externer Link zu MSCI).

Die Nachhaltigkeit aus Sicht des Geldanleger

In der Theorie der Geldanlage gibt es das “magische Dreieck”, und zwar aus den Zielen:

  • Rendite
  • Sicherheit
  • Verfügbarkeit

Es wird das magische Dreieck genannt, weil diese drei Ziele in einem Konflikt miteinander stehen und je nach Anlageziel neu justiert werden müssen. Wer eine hohe Rendite will, muss nunmal bei Sicherheit und Verfügbarkeit Abstriche machen. Wer eine ständige Verfügbarkeit sucht, muss Abstriche bei der Rendite machen.

Die Idee des “Socially Responsible Investment” fügt nun ein viertes Ziel hinzu: die Nachhaltigkeit. Die Geldanlage wird so zum magischen Viereck.

Das neue Viereck der Geldanlage:

 

Für solche Investment gibt es einige Möglichkeiten: Über Crowdinvesting können gezielt einzelne Projekte gefördert werden, man kann über ETFs in Nachhaltigkeitsindizes wie den Dow Jones Sustainability Index (DJSI) investieren, und die Fondswirtschaft bietet zahlreiche Themenfonds mit unterschiedlichen Schwerpunkten an, etwa Nachhaltigkeitsfonds, Ethikfonds, Ökofonds, Umweltfonds und Mikofinanzfonds, die Sie bei Rentablo zumeist ohne Ausgabeaufschlag plus laufendem Cashback kaufen können.

Der Anleger sieht bei den üblichen Investments aber meistens nur, was aus seinem Geld geworden ist; was mit seinem Geld konkret gemacht wurde, welche (positiven) Auswirkungen es hatte, erfährt er in der Regel nicht.

Impact Investing: Wissen, was das Geld macht

Da führt zum Impact Investing. Dabei fließt Geld in konkrete Nachhaltigkeits-Projekte, deren Wirkung gemessen und berichtet wird. Typische Impact Investments sind Mikrokredite. Dabei erhalten Menschen in ärmeren Regionen Kleinstkredite, um ihre Selbstständigkeit zu finanzieren.

Allerdings gibt es auch Kritik am Mikrofinanzmarkt, vor allem weil oft hohe Zinsen (20-30%) verlangt werden. Dies könne Einkommensschwache in eine zusätzliche Armutsfalle treiben, so Kritiker. Die Betreiber wiederum verweisen auf die oft hohe Inflation in diesen Ländern, die mitunter bereits die Marke von 20 % erreicht.

Der Markt für Impact Investing wächst beständig. Anleger sollten darauf achten, ob es sich um eine reguliertes oder ein unreguliertes Investmentangebot handelt. Ein regulierter Fonds bietet einen besseren Anlegerschutz als etwa eine private Anleihe.

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