Fonds-Porträt FRAM Capital Skandinavien: Breit gemischt, unabhängig vom Euro

Der FRAM Capital Skandinavien (www.framc.de) will das schaffen, was der BVB Dortmund mit dem Norwerger Erling Haaland zweifellos gelungen ist: Möglichst günstig Player einkaufen, die in der Zukunft jeder haben will. Die Performance des im Oktober 2017 in Kooperation mit Hansainvest aufgelegten Fonds (ISIN: DE000A2DTLZ2) kann sich sehen lassen, trotz das Währungseffekte den Fonds in diesem Zeitraum leicht belasteten. Wir haben mit dem Fondsmanager Florian Romacker gesprochen.

Fonds-Steckbrief:

Kategorie:Aktienfonds (mind. 51% skand. Aktien)
Kauf über Rentablo:Ja*
Anlageidee:Anlageziel ist ein möglichst hohen Kapitalzuwachs bei niedriger Volatilität (Schwankungsbreite) und aktivem Risikomanagement.
ISIN DE000A2DTLZ2 (R-Tranche)
Performance seit Auflage:38 % (Stand: 14.01.2022 )

Volumen:26,5 Millionen Euro (Stand: 14.01.2022)
Ausgabeaufschlag:5%
Auflagedatum:Okt. 2017
Verwaltervergütung:1,64 % p.a. (TER)

*Rentablo-Kunden sparen den Ausgabeaufschlag und können als Cashback die in der Verwaltervergütung enthaltene Bestandsprovision erstattet bekommen (Fondsdiscount 2.0).

5 Fragen an den Fondsmanager: Florian Romacker

Florian Romacker Fram Capital Skandinavien
Florian Romacker, seit Jahren spezialisiert auf skandinavische Aktien.

Der Diplom-Volkswirt (geboren 1965) kann auf über 25 Jahre Berufserfahrung zurückblicken und ist seit mehr als 20 Jahren auf skandinavische Aktien spezialisiert. Er war zunächst für die schwedische Bank SEB Enskilda in Frankfurt/ Main tätig, dann für die auf Skandinavien spezialisierte Investmentbank ABG Sundal Collier, wo er die Leitung der Niederlassung in Frankfurt/ Main übernahm und zahlreiche Börsengängen begleitete. 2017 gründete er die FRAM Capital GmbH und ist seit 1. Oktober 2017 Fondsmanager des FRAM Capital Skandinavien. FRAM steht für die Anfangsbuchstaben seines Namens sowie Asset Management; andererseits steht Fram auf Norwegisch für vorwärts, Framgång auf Schwedisch für Erfolg.

1. Was macht der FRAM Capital Skandinavien?

Der Fonds fokussiert sich auf Investments in skandinavische Aktien, und zwar der Länder Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland oder auch Island. Die Unternehmen müssen in einem strukturell wachsenden Markt tätig sein – darunter verstehe ich einen Markt, der mindestens zwei Prozent pro Jahr wächst. Als Beispiel dient der Verpackungsmarkt. Wichtig ist mir generell eine herausragende Stellung des Unternehmens in diesem Markt, die ein überproportionales Wachstum ermöglicht.

Zu den Wachstumsunternehmen gehört zum Beispiel die auch in Deutschland bekannte Firma Tomra. Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei Leergut-Rücknahmeautomaten und stark bei automatisierten Müll-Sortierungsanlagen. Die Anzahl der Länder, die Pfand einführen, steigt kontinuierlich – das eröffnet jedes Mal einen neuen Markt für Tomra mit beständiger Nachfrage, denn die Maschinen müssen je nach Beanspruchung nach 7 bis 8 Jahren ausgetauscht werden.

2. Was macht Ihren Fonds besonders?

Der Fonds ist der einzige aus Deutschland heraus gemanagte Skandinavienfonds. Dieser „Fernblick“ ermöglicht neutrale Entscheidungen, die nicht von nationalem oder regionalem Pathos beeinflusst werden. Der Fonds ist zudem sehr breit diversifiziert mit derzeit über 70 Aktien, die abgesehen von Nokia jeweils nur kleine Positionen im Portfolio sind (die zehn größten Positionen machen 27,6% des Fonds aus). Das hat den Vorteil, dass ich jederzeit eine Aktie verkaufen kann, ohne den Markt zu beeinflussen. Darüber hinaus ist der Fram Capital Skandinavien einer der wenigen Fonds, der strikt auf die Themen setzt, bei denen skandinavische Unternehmen eine überproportional starke Kompetenz aufweisen. Das sind aus meiner Sicht:

  • Infrastruktur (besonders digitale)
  • Verpackungen (nachhaltig, meist zellstoffbasiert)
  • Energie (von Solar über Wasserstoff bis Windkraft)
  • Technologie (Skandinavien ist bei Innovationen immer wieder führend)
  • Gesundheit (wie z.B. Össur, die High-Tech-Prothesen herstellen)

Da z.B. die Schweden und die Norweger an ihrer Krone festhalten und ihre Währung auch nicht an den Euro koppeln, schaffen die in Landeswährung notierten Aktien zudem eine Unabhängigkeit vom Euro ( siehe hier z.B. Schwedische Krone zum Euro). Die skandinavischen Länder haben Corona in Hinblick auf Wirtschaftswachstum und Verschuldung bislang weitaus besser überstanden als der Rest von Europa.

3. Wie gehen Sie bei der Titelauswahl vor?

Generell kenne ich die Titel schon seit Jahren durch zahlreiche Unternehmensbesuche oder Videokonferenzen. In der Vor-Corona-Zeit war ich mindestens vier Mal im Jahr in den skandinavischen Ländern. Wichtig ist für mich der Kontakt zum Management und die Aktionärsstruktur. Bei den Kennzahlen achte ich vor allem auf Free Cash-Flow, denn der lässt sich am wenigsten manipulieren. Darüber hinaus ist der Verschuldungsgrad für mich eine entscheidende Größe.

Kommt ein Unternehmen in die engere Auswahl, schaue ich mir die Gewinnschätzungen der Analysten an (sind diese eher moderat oder ambitioniert?). Natürlich ist das Wachstum im relevanten Markt von hoher Bedeutung. Unternehmen, die im Portfolio sind, versuche ich mindestens einmal im Jahr zu treffen. Bei Neuemissionen ist der Eindruck vom Management entscheidend. Auch muss es einen vernünftigen Abschlag zu Wettbewerbern geben, da neue Werte an der Börse i.d.R. eine kürzere Historie haben.

Kontinuierlich habe ich einen Blick darauf, welche Unternehmen von aktuellen Ereignissen profitieren könnten. Wenn zum Beispiel wie derzeit die Strompreise durch die Decke gehen, frage ich mich, wie lange das anhalten wird und wer in der Folge daran verdienen wird. So lässt sich die ein oder andere Perle entdecken.

4. Welche Rendite / Performance streben Sie an – und woran messen Sie sich?

Das Renditeziel ist zu einem mindestens 6% p.a. Zum anderen wollen wir durch das Investment in Skandinavien und die relativ defensive Ausrichtung des Fonds besser sein als der durchschnittliche europäische Aktienmarkt.

5. Für welchen Anleger ist Ihr Fonds geeignet?

Der Fonds ist für alle geeignet, die von der Innovationskraft Skandinaviens überzeugt sind und eine überdurchschnittliche Rendite wollen, bei relativ niedriger Volatilität und nicht zu hohen maximalen Wertverlust. Der Fonds ist zudem für jene geeignet, die den Euro-Raum als Wirtschaftszone sowie den Euro als Währung skeptisch sehen (bei der letzten Eurokrise hat der Wert der Norwegerkrone gegenüber dem Euro stark zugelegt).

Stichwort Umwelt: Der Fonds hält zahlreiche Aktien, welche die Welt ein bisschen umweltfreundlicher machen. Nachhaltigkeit ist wichtig, hemmt aber nicht die Rendite des Fonds. So musste zum Beispiel nur eine Position verkauft werden, um den Art.8 ESG Richtlinien zu erfüllen.

Downloads zum FRAM Capital Skandinavien

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