Gold glänzt wieder. Angesichts neuer Unsicherheiten am Aktienmarkt wird das Edelmetall wieder beliebter. Mit Aktien von Goldminenbetreibern profitieren Anleger gehebelt von steigenden Goldpreisen. Ein Gastbeitrag des Extra-Magazins.

Erst im Juli senkte der Internationale Währungsfonds die Wachstumsprognose für die globale Wirtschaft 2019 auf 3,2 Prozent. Belastet wird die Wirtschaft neben einer global nachlassenden Konjunktur durch zahlreiche Unsicherheiten wie dem Handelsstreit zwischen den USA und China, dem Brexit sowie einem sich zuspitzenden Konflikt in der Golfregion. Das führt seit einigen Monaten zu einer allmählichen Wiederentdeckung der Ankerwährung Gold als Versicherungskomponente im Depot. Mit dem Knacken der Marke von 1.500 US-Dollar pro Feinunze kletterte der Goldpreis vor kurzer Zeit auf ein Sechsjahreshoch.

 

Physisches Gold als Depotsicherung

Viele Anleger nutzen Gold quasi als Depotsicherung für Krisenzeiten. Zwar schwankt auch der Goldpreis stark, trotzdem behält das Edelmetall über Jahrtausende seinen Wert. Gold wird also trotz Preisschwankungen stets als Zahlungsmittel akzeptiert, es behält seinen Wert auch nach Währungsreformen und in Zeiten hoher Inflation. Wer sich eine solche Versicherung ins Depot legen möchte, sollte Gold aber physisch kaufen. Am besten auch noch anonym und sicher gelagert im eigenen Schließfach außerhalb der EU, um es vor möglichen Goldbesitzverboten wie einst in Deutschland oder den USA zu schützen, bei denen Gold gegen Papiergeld zwangsumgetauscht werden musste. Bei häuslicher Aufbewahrung erhöht sich die Gefahr von Wohnungseinbrüchen.

 

Goldminenaktien – gehebelte Wertentwicklung

Für taktisch agierende Anleger, welche allein an der erhofften Goldpreissteigerung teilhaben möchten, eignen sich Goldminenaktien. Neben dem Goldpreis ist der Kurs wie bei klassischen Aktien von Managemententscheidungen oder auch Kriterien wie den Förderkosten oder dem Goldgehalt abhängig. Zeitweise niedrige Goldpreise zwangen angesichts der stark gestiegenen Förderkosten, diese durch eine höhere Effektivität deutlich zu senken, um weiterhin Gewinne einzufahren. Jeder gesparte Dollar macht sich dabei doppelt bezahlt. Betragen die Gesamtförderkosten zum Beispiel pro Feinunze Gold 900 US-Dollar, so erwirtschaftet das Unternehmen bei einem Goldpreis von 1.000 US-Dollar einen Gewinn von 100 Dollar, bei 1.100 sind es schon 200 US-Dollar. Der Preisanstieg von nur 100 US-Dollar verdoppelte also den Gewinn. Der Anleger partizipiert so gehebelt an der Preissteigerung. Doch Vorsicht: Gleiches gilt auch in der Gegenrichtung.

 

Mit verschiedenen ETFs auf Goldminen setzen

Mit zahlreichen ETFs können Anleger an der Wertentwicklung von Goldminenaktien teilhaben. Bekanntester Index ist der Nyse Arca Gold BUGS-Index. Er bildet kurzfristige Kursbewegungen des Goldpreises näherungsweise ab, indem nur Aktien von Unternehmen in den Index aufgenommen werden, die ihre Goldproduktion nicht über einen Zeitraum von mehr als eineinhalb Jahren absichern. Die zwei größten Indexpositionen werden an jedem Indexanpassungstag mit 15 Prozent, die drittgrößte Position mit zehn Prozent gewichtet. Die verbleibenden 60 Prozent werden jeweils gleichgewichtet. Beliebtester ETF auf diesen Index ist der ComStage Nyse Arca Gold BUGS UCITS ETF (WKN: ETF091). Seit Jahresbeginn liegt der ETF mit rund 48 Prozent im Plus.

Mögliche Alternative ist der S&P Commodity Producers Gold. Er bietet Zugang zu Aktien der größten Goldminenbetreiber im Bereich nicht nur der Förderung, sondern auch der Exploration. Mit derzeit 46 Aktien ist der Index somit auch deutlich breiter gestreut. Die Gewichtung erfolgt hier entsprechend der Marktkapitalisierung. Auf diesem Index basiert der iShares Gold Producers UCITS ETF (WKN: A1JKQJ). Seit Jahresbeginn erwirtschaftete der ETF ein Kursplus von 47,5 Prozent.

Der von der Deutschen Börse aufgelegte DAXglobal Gold Miners-Index umfasst 32 globale Goldminenbetreiber Unternehmen aus den Bereichen Explorationsbohrungen, geologische Bewertungen, Finanzierung, Entwicklung, Gewinnung, anfängliche Verfeinerung und Lieferung von Golderz. Mit dem L&G Gold Mining UCITS ETF (WKN: A0Q8HZ) können Anleger in diesen Index investieren. Seit Jahresbeginn legte der ETF um rund 47 Prozent zu.

Anleger, die keine Übergewichtung von US-amerikanischer oder kanadischer Goldminenbetreibern im Portfolio haben möchten, können sich den Solactive Global Pure Gold Miners ansehen. Er umfasst 23 Goldminen-Aktien mit einer deutlichen Übergewichtung von Small und Mid Caps aus Australien, Südafrika, Russland und China. Auf diesen Index setzt der UBS Solactive Global Pure Gold Miners UCITS ETF (WKN: A1JVYP), der allerdings 33 Millionen Euro ein geringes Fondsvolumen aufweist. Seit Jahresbeginn erzielte er jedoch mit einem Kursplus von über 50 Prozent die höchste Rendite.

Allein auf kleinere und mittlere Unternehmen setzt hingegen der MVIS Global Junior Gold Miners Index. Er umfasst 67 Aktien. Stark darin gewichtet sind Kanada, Australasien sowie Afrika. Mit dem VanEcks Vectors Junior Gold Miners UCITS ETF (WKN: A12CCM) partizipiert der Anleger an diesem Index. Seit Jahresbeginn ist er mit knapp 40 Prozent im Plus.

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Fazit

Mit Aktien auf Goldminenbetreiber partizipieren Anleger gehebelt am Goldpreis. Die einzelnen Goldminen-ETFs unterscheiden sich hinsichtlich der Gewichtungskriterien, der Goldminen-Absicherungsdauer, der Aktienanzahl oder auch der Aufnahme von Junior-Miners.

 

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