Cat-Bonds: Auf Erdbeben und Hurrikane spekulieren

Gibt es irgendeine Anlage, die in diesem Jahr im Plus ist? Ja, zum Beispiel der Fonds GAM Star Cat Bond (Link zu Fondsweb). Auf Euro-Basis sind es aktuell 13 %, auf US-Dollar-Basis immerhin noch 1,3 %. Und das, obwohl Bonds (Renten) und Rentenfonds wegen der Zinswende teils heftig verloren haben.

Dass dieser Fonds sowie andere Cat-Bonds-Fonds recht passabel dastehen, liegt an den Besonderheiten von Cat-Bonds. Cat hat in diesem Fall nichts mit Katzen zu tun, sondern mit Catastrophe. Wer in Cat-Bonds investiert, spekuliert auf Katastrophen wie Erbeben, Flugzeugabstürze und Hurrikane. Ist das für Privatanleger geeignet?

Große Versicherungen lagern mit Cat-Bonds Risiko aus

Herausgeber von Cat-Bonds sind große Versicherungsgesellschaften mit guter Bonität, die damit ihr Risiko von Großschäden auf dem Kapitalmarkt rückdecken wollen. Es ist deshalb auch Insurance Linked Securities (ILS) die Rede.

Die Zinsen für den Anleger liegen zwischen 5 und 10 Prozent, im Schnitt derzeit bei etwa 7 Prozent. Der Preis für diese paradiesisch anmutenden Coupons ist die Gefahr, bei einer Naturkatastrophe mit extremen Schäden sein Geld ganz oder teilweise zu verlieren, weil die Zinsen gestrichen werden oder die Anleihe insgesamt nicht getilgt wird. Von Ratingagenturen werden Cat Bonds deshalb meist nur mit „BB“ oder „B“ bewertet,

Die Wette auf einen Hurrikan in Kalifornien innerhalb der nächsten zehn Jahre ist genauso möglich wie auf ein Erdbeben in Tokio. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Geldanleger mit seinem Einsatz zur Kasse gebeten wird, soll gering sein – die durchschnittliche Eintrittswahrscheinlichkeit liege bei etwa zwei Prozent, heißt es bei Analysten. Zum einen müsse überhaupt etwas passieren, zum anderen müssten bei der Naturkatastrophe die in den Anleihebedingungen festgelegten Grenzwerte überschritten seien, wie etwa Windstärke und Schadenhöhe.

Wenn es aber richtig schlecht läuft, wird es richtig teuer: Der Tsunami sowie der darauf folgende Fukushima-Gau in Japan führte 2011 zum Total-Ausfall eines Cat-Bonds, 300 Millionen Euro Anlegergeld wurden einbehalten (Link Reuters).

Die Nuklearkatastrophe von Fukushima erschütterte die 2011 die Welt: Einem Erdbeben folgt ein Tsunami, der über 22.000 Mensche tötete. Das an der Küste gelegene Atom-Kraftwerk wurde beschädigt, große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt. Der finanzielle Schaden wurde später auf über 250 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ein kleiner Teil davon ging zu Lasten eines Cat-Bonds.
Die Nuklearkatastrophe von Fukushima erschütterte die 2011 die Welt: Einem Erdbeben folgt ein Tsunami, der über 22.000 Mensche tötete. Das an der Küste gelegene Atom-Kraftwerk wurde beschädigt, große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt. Der finanzielle Schaden wurde später auf über 250 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ein kleiner Teil davon ging zu Lasten eines Cat-Bonds.

 

Vorteil Cat Bonds: Geringe Korrelation mit anderen Anlagen

Cat-Bonds sind weitgehend losgelöst von dem Auf und Ab an den Kapitalmärkten, die Korrelation zu traditionellen Assetklassen ist gering. Das hat zwei Gründe:

  • Die Anleihe ist als „Floater“  (Link Wikipedia) konzipiert. Das bedeutet, dass sie eine sehr kurze Duration von nur einigen Monaten hat und der Zins bei steigendem Marktzins fast ein zu eins ansteigt.
  • Das wesentliche Risiko sind die genannten Katastrophen. Erdbeben passieren ganz unabhängig davon, ob die Weltwirtschaft läuft oder nicht läuft.

Portfolio mit Cat-Bonds-Fonds diversifizieren

Erfunden wurden die Cat-Bonds in den 90-er Jahren, nachdem der Hurrikan „Andrew“ 1992 mit einem versicherten Schaden von 20 Milliarden US-Dollar Dutzende Gesellschaften in den Ruin geblasen hatte. Extrem-Schäden wollte die Versicherungswirtschaft fortan auf den Kapitalmarkt auslagern.

In Europa gehören Rückversicherer wie die Munich Re oder Swiss Re zu den größten Herausgebern. Verkauft werden die Wertpapiere in der Regel nur an institutionelle Investoren wie etwa Hedge-Fonds. Es gibt aber mittlerweile auch einige Investmentfonds für Privatanleger, die mehrere Cat-Bonds bündeln und so das Risiko streuen. Zu finden sind sie in den Fondsverzeichnissen meist mit den Stichwörter „Cat Bond“.

Einige davon können Sie über Rentablo ohne Ausgabeaufschlag kaufen und erhalten beim Fondsdiscount 2.0 zusätzlich mit dem Cashback auf Bestandsprovision noch einen „Extra-Zins“, siehe zum Beispiel:

 

Unsere Meinung zu Cat-Bonds und Cat-Bonds-Fonds

Cat-Bonds-Fonds sind eine Art Geldmarktfonds mit einem Rendite-Kick, wenn es keine Ausfälle wegen der versicherten Katastrophen gibt. Bislang war die Bilanz für die Fondsanleger recht erfreulich.

Der Anleger sollte allerdings realistisch sehen, dass einige sehr gute Renditen in jüngster Zeit vor allem entstanden, weil der US-Dollar zum Euro deutlich gewonnen und somit bei Fonds mit Schwergewicht Bonds in US-Dollar erhebliche Währungsgewinne erzielten. Sollte das Rennen US-Dollar vs. Euro mal in eine andere Richtung gehen, sind Währungsverluste die Folge. Darüber hinaus könnte die Ausfallquote steigen, wenn als Folge des Klimawandels die Naturkatastrophen zunehmen sollten.

Als Portfolio-Ergänzung, die etwas unabhängig macht von sonstigen Assetklassen , halten wir Cat-Bonds-Fonds für geeignet; der Anteil sollte aber wegen des Risikos 10 Prozent nicht übersteigen.

Was denken Sie über Cat-Bonds-Fonds?

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