„Einkaufstour im Fondssupermarkt“ – Unser Brief an dpa

Sabine Meuter, eine Mitarbeiterin der Deutschen Presse Agentur (dpa), hat sich mit Fondsvermittlern beschäftigt; das Ergebnis wurde Anfang März in einer Vielzahl von Zeitungen veröffentlicht. Sabine Meuter zitiert in dem Artikel unter anderem den Kölner Vermögensverwalter Uwe Zimmer sowie Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf und nennt vier Wettbewerber. Ganz gewiss hat sich die dpa-Journalistin Mühe gegeben. Allerdings ist der Artikel mit dem Titel „Günstige Geldanalage: Einkaufstour im Fondssupermarkt?“ aus unserer Sicht auf dem Stand von vor 20 Jahren. Wir dokumentieren hier unser Schreiben an die dpa-Chefredaktion.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Anfang März haben Sie einen Beitrag veröffentlicht zu Fondsdiscountern/Fondssupermärkten/ Fondsvermittlern, verfasst von Sabine Meuter. Dass Sie das Thema Kosten sparen bei der Fondsanlage aufgreifen, finden wir – selber Fondsdiscounter – erfreulich, allerdings erscheint uns die Umsetzung nicht besonders gelungen:

  1. Sie erwähnen vier von über 20 Fondsdiscountern, ohne dass ein Grund ersichtlich ist, warum Sie ausgerechnet diese vier von Ihnen ausgesucht wurden. Weder die Marktanteile noch die Konditionen dieser vier Wettbewerber rechtfertigen nach unserer Ansicht die Auswahl. Sicher sind Sie sich bewusst, welche marktbeeinflussende Werbe-Wirkung von dpa-Veröffentlichungen ausgeht. Umso mehr sollte nach unserer Ansicht auf Neutralität geachtet werden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass dpa nicht nur rein journalistisch tätig ist, sondern auch für einzelne Unternehmen, Verbände oder Ministerien arbeitet, wie wir Ihrer Homepage entnehmen.Um neutral zu bleiben, wäre es auch möglich gewesen, auf eine Liste von Fondsvermittlern bei der Stiftung Warentest zu verweisen, ohne einzelne Unternehmen zu erwähnen.
  2.  Inhaltlich bewegt sich der Artikel auf dem Stand etwa um die Jahrtausend-Wende, also vor etwa 20 Jahren, als mehrere Fondsdiscounter gegründet und populär wurden. Diese Fondsdiscounter der ersten Generation verzichten zwar auf die Abschlussprovision (Ausgabeaufschlag), vereinnahmen aber uneingeschränkt die Bestandsprovision, die über die typischen Sparzeiträume viel mehr die Fondsrendite beeinträchtigt als die Abschlussprovision.
    Um Ihnen mal ein Beispiel zu geben: Angenommen, ein Fondsdiscounter hat 10.000 Kunden mit je 50.000 Euro Fondsvolumen. Das ist ein „Bestand“ von 500 Millionen Euro, für die er im Schnitt 0,5% jährliche Bestandsprovision erhält. Das sind immerhin 2,5 Millionen Euro Jahr für Jahr für den Fondsvermittler. Genau diese Fondsvermittler der ersten Generation haben Sie hervorgehoben. Wie sie sich finanzieren, erläutern diese Fondsvermittler selten transparent. Es wäre aber für dpa möglich gewesen, diese Transparenz zu schaffen und die nahe liegende Frage zu erläutern, wie sich diese Fondsdiscounter finanzieren. Eine Finanzierung, die die sonst eher bedächtige Stiftung Warentest schon vor Jahren als Skandal bezeichnet hat.

Mittlerweile gibt es Fondsdiscounter der zweiten Generation, zu denen Rentablo gehört: Neben der Erstattung von Abschlussprovisionen weisen wir die Bestandsprovision nicht nur aus, sondern geben sie an den Fondssparer zurück, transparent gemindert um eine geringe fixe Verwaltungspauschale. Sie können sich das gerne mal bei uns auf der Homepage anschauen: https://rentablo.de/

Keineswegs wollen wir damit sagen, dass dpa doch nun bitteschön demnächst Rentablo als das leuchtende Vorbild unter den Fondsdiscountern hervorheben sollte. Ein neutrale und fachlich zeitgemäße Information, die Transparenz schafft und naheliegende Fragen beantwortet, wäre schon das, was uns Freude macht.

Nachtrag:

Von der Deskleiterin des dpa-Themendienstes erhielten wir zwischenzeitlich die Nachricht, man werde sich mit den Anmerkungen auseinandersetzen und sich zeitnah dazu melden.

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