Geldanlage 2023: Die Deutschen setzen weiter auf Fonds

Wer im vergangenen Jahr in Aktien, Anleihen oder Fonds investiert war, hatte meist keinen Grund zur Freude. Die Kurse von Aktien und Anleihen stürzten ab. Unterm Strich endete das Jahr vielfach mit großen Verlusten. Dennoch: Die Deutschen wollen auch 2023 weiter in Fonds investieren, ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrags des Bankenverbandes.

Das Meinungsforschungsinstitut Kantar hat im Dezember 1.027 Bundesbürger ab 18 Jahren zu ihrer Geldanlage befragt. Fast die Hälfte (44 %) hatte überhaupt kein Geld angelegt; von denen, die Geld angelegt hatten, waren 70 Prozent unzufrieden mit dem Ergebnis – soweit wenig verwunderlich. Gefragt danach, wo sie denn 2023 einen größeren Geldbetrag anlegen würden, ergab die Umfrage folgende Präferenzen:

Die Anlagefavoriten der Deutschen 2023
Immobilien52%
Gold43%
Fondsanteile38%
Sparkonto
37%
Aktien
35%
Tagesgeld
32%
Festgeld
28%
Festverz. Wertpapiere25%
Andere Edelmetalle21%
Kryptowährungen8%
Mehrfachnennungen möglich; nur Personen, die 2022 Geld angelegt hatten. Quelle: Kantar/ Bankenverband

Dass Immobilien und Gold an der Spitze stehen, lässt sich wohl nur mit der Inflation erklären. Immobilien und Gold gelten als Sachwerte, denen die Inflation nicht viel anhaben kann. Das Gleiche gilt für Aktien sowie für Fonds, die überwiegend in Aktien investieren.

Ausverkauf bei den deutschen Immobilienaktien

Allerdings könnte der Glaube an die Wertbeständigkeit von Immobilien erschüttert werden. Ein ungutes Signal geht jedenfalls vom Dax-Real-Estate-Index aus, in dem die deutschen Immobilienaktien abgebildet werden. Der Index hat sich im vergangenen Jahr mehr als halbiert und ist weiterhin unter dem Niveau von 2007, also vor Beginn der Finanzkrise.

Ausverkauf der Immobilienaktien: Der Dax-Real-Estate-Index stürzte in 2022 ab.
Ausverkauf der Immobilienaktien: Der Dax-Real-Estate-Index stürzte in 2022 ab.

Die kräftig gestiegenen Zinsen sind der Hauptgrund. Mit höheren Zinsen sinkt der Buchwert von Immobilien, da bei der üblichen Berechnung die künftigen Erträge (Miete, Pacht) mit dem Marktzins “abgezinst” werden.  Beispiel: 1000 Euro im nächsten Jahr sind bei 4 Prozent noch 961,50 Euro wert, im darauf folgenden Jahr 924,50 Euro usw.

Die Summe der abgezinsten Erträge der Zukunft ergeben den Buchwert. Je höher der Marktzins, desto geringer ist der Buchwert. Sinkt der Buchwert, müssen Wertberichtigungen in der Bilanz vorgenommen werden, zudem sinkt die Kreditwürdigkeit. In der Folge müssen Immobilien verkauft werden. Einige große Immobilienunternehmen haben bereits Bestandsverkäufe angekündigt. Die Zeitung „Welt“ zitiert gerade einen Experten damit, Milliarden an Immobilienwerten und -aktien würden verdampfen.

Auch Gold machte 2022 wenig Freude

Die Volatilität von Gold wird ebenfalls unterschätzt. Im Krisenjahr 2022 fiel der Goldpreis auf Dollar-Basis nach einem Anstieg zu Kriegsbeginn über Monate und lag zeitweise unter dem Niveau von 2013. Zum Jahresende gab es wieder einen Preisanstieg.

Im Krisenjahr 2022 ging es mit dem Gold erstmal kräftig bergab.
Im Krisenjahr 2022 ging es mit dem Gold erstmal kräftig bergab.

Da der Goldpreis in US-Dollar auf den Weltmärkten gehandelt wird, hat der Anleger sowohl eine Währungschance als auch ein Währungsrisiko. Der Euro war lange Zeit sehr schwach gegenüber dem US-Dollar. Seit die EZB begonnen hat, die Inflation zu bekämpfen und die Zinsen zu erhöhen, hat sich der Euro wieder etwas stabilisiert.

Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar auf niedrigem Niveau stabilisert.
Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Welche Möglichkeiten Sie haben, in Gold zu investieren, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst. Wie Sie darüber hinaus in den US-Dollar investieren können, haben wir hier aufgeschrieben.

Beim Fondskauf sollten Anleger immer darauf achten, unnötige Kosten zu vermeiden, insbesondere den Ausgabeaufschlag. Eine Zusatzrendite lässt sich beim Kauf über einen Fondsdiscounter 2.0 wie Rentablo erzielen: Rentablo verzichtet auf den Ausgabeaufschlag und schüttet zudem einen großen Teil der Bestandsprovision als Cashback aus. Weitere Infos hier:

 

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